Kusey l Ostern wird an keinem festen Termin gefeiert, Weihnachten ist jedoch immer am 25. Dezember: Viele Menschen nehmen das wohl als Tatsache hin, ohne sich über den Hintergrund Gedanken zu machen. Um ein wenig Licht ins Dunkel um die christlichen Feiertage zu bringen, hatte Birgit Timme, Mitarbeiterin im Evangelischen Landjugendzentrum (elz) in Kusey, am Mittwochabend zu einer Veranstaltung eingeladen. Ihr Ziel: Wissenswertes zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten zu vermitteln.

„Am ersten Weihnachtstag wird die Geburt von Jesus gefeiert“, sagte Timme. Der Heiligabend hingegen sei nur ein Fest zum „Reifeiern“, eine Vorbereitung auf die Geburt von Jesus. Doch was ist eigentlich mit dem zweiten Weihnachtsfeiertag, fragte Timme in die Runde der vier Zuhörer, die ins elz gekommen waren. „Der Tag ist nicht als Ausklang gedacht“, scherzte sie und lieferte auch prompt die Antwort auf ihre Frage. So handelt es sich um den Stephanustag, der einem Heiligen gewidmet ist. Mit der Geburt von Jesus habe dieser aber nichts zu tun. „Das wusste ich noch gar nicht“, sagte eine Teilnehmerin und machte sich fleißig Notizen.

Vollmond ist entscheidend

Aufgeteilt ist das Kirchenjahr in drei Kreise: Dem Weihnachts- und Osterkreis sowie der Trinitatiszeit. Beginn des Jahres ist am 1. Advent. „Advent bedeutet so viel wie Ankunft“, lässt Birgit Timme wissen. Der Ewigkeitssonntag, oder auch Totensonntag genannt, markiert hingegen das Ende des Kirchenjahres, in dem es viele Feiertage gibt, die aber nicht immer ein festes Datum im Kalender haben. Wie etwa das Osterfest. „Warum ist Ostern nicht immer am 10. April?“, fragte Birgit Timme in die kleine Runde. Die Antwort: Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond. „Ist der Vollmond früh in einem Jahr, etwa im März, wird auch früh Ostern gefeiert“, erklärte Timme. Nun heißt es aber, dass Jesus am dritten Tage wieder auferstanden sei, gab Birgit Timme zu bedenken. Gekreuzigt wurde Jesus am Freitag, seine Auferstehung war allerdings am Sonntag. Demnach wären also nur zwei Tage vergangen. „Jeder Tag wird extra gezählt. Also der Freitag, der Sonnabend und der Sonntag“, wusste Birgit Timme.

Durch einfaches Abzählen ließen sich dann auch die Termine für weitere Feiertage bestimmen. So ist Himmelfahrt 40 Tage, Pfingsten hingegen 50 Tage nach Ostern.

An Himmelfahrt, so war zu erfahren, kehrte Christi in den Himmel zu Gott zurück. An Pfingsten hingegen wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Es gilt auch als Geburtstag der Kirche.

Bei der nächsten Veranstaltung der Wissensreihe in Kusey sollen Bräuche das Thema sein.