Ristedt l Die Kommandos mussten sitzen: Das Mädchen, das bäuchlings auf der Trage lag, hat als einzige etwas gesehen. Ihren vier Kameraden, die die Trage mit ihr darauf durch einen Slalom zirkeln sollten, wurden die Augen verbunden. Also musste das Mädchen den vier Jungs lautstark zurufen, in welche Richtung sie laufen sollten. Doch damit nicht genug. Gleichzeitig galt es einen Tennisball auf einem Esslöffel zu balancieren. Fiel er runter, so sahen es die Spielregeln vor, musste die Trage abgestellt werden, damit sie den Ball wieder aufheben konnte. Und das alles, während die Uhr tickte. Denn Schnelligkeit war bei dieser Station, die zum diesjährigen Manöver Schneeflocke gehörte, das am Sonnabend in Ristedt veranstaltet wurde, ebenfalls gefragt.

Strecke fiel kürzer aus als geplant

Insgesamt sieben Stationen waren für die Mitglieder der sieben Kinder- und Jugendfeuerwehren aus der Einheitsgemeinde Stadt Klötze, die an dem Manöver teilnahmen, aufgebaut. Zugegeben: Nicht jede war so kniffelig wie die mit den orientierungslosen Trägern. Immerhin reichte die Alterspanne der Teilnehmer von sechs bis 18 Jahren, wie Benjamin Schütte, Stadtjugendfeuerwehrwart, sagte. Angereist waren der Nachwuchs aus Lockstedt, Hohenhenningen/Immekath, Kunrau, Wenze, Kusey/Röwitz/Neuferchau sowie die Kinder- und Jugendwehr aus Jahrstedt. Unterm Strich ergab sich mit den Helfern eine Teilnehmerzahl von mehr als 80, so Schütte. Verantwortlich für die Organisation zeichneten die Ristedter Kameraden. Mitglieder der teilnehmenden Wehren betreuten die Stationen.

Die Streckenlänge bei der diesjährigen Ausgabe betrug etwa 1,5 Kilometer. Damit fiel sie kürzer aus, als ursprünglich geplant. Grund dafür war das schlechte, nass-kalte Wetter. An den Stationen gaben die Mädchen und Jungen trotz Regen und Wind aber alles. Und zeigten sich durchaus kreativ beim Lösen der Aufgaben, die an sie gestellt wurden. Eine lautete etwa, eine große Kunststoffplane von einer Seite auf die andere zu wenden. Die fünf Teilnehmer jeder Wehr sollten dabei auf der Plane stehen und durften sie nicht verlassen. Nach kurzer Beratung stand die Strategie: Die Plane wurde zusammengefaltet. In einer Ecke kam die Gruppe zusammen und drehte dann nach und nach die Plane auf die andere Seite.

Bilder

Kreativität war ebenfalls beim Bau eines sogenannten Gerätebaums gefragt. Fünf Minuten hatte jede Gruppe Zeit, um sich vom Feuerwehrauto verschiedene Geräte zu holen. Zusammengeschraubt, so die Aufgabe, sollte ein Objekt entstehen, das von alleine stehen kann, ohne umzufallen. Punkte gab es jeweils für die Anzahl der Geräte, die verbaut wurden.

Gerätekunde und Leinenweitwurf

Auf die Zielgenauigkeit des Nachwuchses kam es beim Leinenweitwurf an. Verpackt in einen Sack warfen die Mädchen und Jungen die Leinen in Richtung eines Kreises, der auf dem Rasen aufgemalt war. Trafen sie genau in die Mitte, gab es die meisten Punkte. Eine andere Verwendung fanden Stricke an der Station nebenan, wo auf Befehl verschiedene Knoten, die man als Brandbekämpfer kennen sollte, an einer Leiter vorgezeigt werden sollten. Grundwissen war ebenfalls bei der Gerätekunde gefragt. Ausgebreitet auf dem Boden lagen Strahlrohre, Verkehrsleitkegel, Verteiler und vieles andere mehr, was sich in einem Feuerwehrauto finden lässt. Wurden die Geräte korrekt benannt, gab es wieder Punkte. Im Gerätehaus befand sich die siebte Station, ein Wissenstest.

Insgesamt sammelten die Kunrauer die meisten Punkte und konnten sich über den ersten Platz beim Manöver freuen.