Klötze l Genau 51 Wildunfälle hat es auf der Landesstraße 19 zwischen Klötze und Schwiesau in den vergangenen drei Jahren gegeben. Diese Zahl präsentierte Polizeihauptmeister Manfred Richter am Donnerstag an der Landesstraße bei einem Treffen der Arbeitsgruppe „Dreibein“, einem Präventionsprojekt des Altmarkkreises, der Jägerschaft und der Polizei. Demnach habe es im Jahr 2013 insgesamt 16 Zusammenstöße zwischen Autos und Wildtieren auf der Strecke gegeben. Im folgenden Jahr waren es 20 Kollisionen, im vergangenen Jahr hingegen 15 Unfälle, fasste Manfred Richter die Statistik zusammen. Die Unfallzahlen blieben in diesem Zeitraum also relativ stabil. Im Altmarkkreis Salzwedel stieg die Zahl der Wildunfälle hingegen an: Im Jahr 2014 registrierte die Polizei noch 1070 Kollisionen, ein Jahr später waren es 1093. Das entspricht einem Anteil von gut 35 Prozent am gesamten Unfallgeschehen.

50 Wildwarner wurden installiert

Auf der Landesstraße 19 sollen nun neue Wildwarner dabei helfen, die Zahl der Zusammenstöße zwischen Fahrzeugen und dem Wild zu verringern. Diese speziellen Warner verfügen über verschiedene Reflektoren, die Lichtblitze erzeugen, wenn das Schweinwerferlicht der Fahrzeuge auf sie trifft. Sehen die Tiere diese Blitze, so beschreibt der Hersteller den erhofften Effekt auf seiner Internetseite, sollen sie stehenbleiben, da sie das Licht als Bewegung wahrnehmen. Bis zu 156 Mal wird das Licht in den wabenförmigen Reflektoren zurückgeworfen, erklärte Dietmar Schulze, Revierleiter im Landesforst, die Wirkung. „Das Wild traut sich erst wieder über die Straße, wenn es nicht mehr blinkt“, so Schulze. Entwickelt wurde der Wildwarner in Brandenburg. In Bayern wurde er schon getestet, sagte Dietmar Schulze weiter.

Angebracht worden seien die Warner in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbaubehörde bislang an einem gut einen Kilometer langen Abschnitt der L19, so Schulze. Vor gut zwei Wochen wurden 50 Stück montiert. „Es handelt sich dabei aber nur um einen Baustein von vielen, die nötig sind“, betonte Dietmar Schulze mit Blick auf das Ziel, die Zahl der Wildunfälle zu senken.

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Ebenfalls wichtig, so erklärte Jens Mösenthin von der Unteren Jagdbehörde des Altmarkkreises, sei die Reduzierung der Geschwindigkeit, mit der die Autos auf der Strecke unterwegs sind. Ein entsprechender Antrag zum Herabsetzen des Tempolimits von 100 auf dann 70 Stundenkilometer sei gestellt worden. Wichtig sei das auf dem gesamten Abschnitt vom Waldanfang bis zum Waldende, sagte Jens Mösenthin. Gegen Ende des Jahres wolle sich die Projektgruppe erneut treffen, um eine erneute Auswertung vorzunehmen.