Kusey l „Königreich Kusey-Süd“ prangte auf den Polo-Shirts der Anwohner und der grünen Flagge über den Ständen des Flohmarkts am ehemaligen Getränkestützpunkt. Haben die „Royals“ jetzt auch in Kusey Einzug gehalten? Hat die Öffentlichkeit eine Krönung verpasst? Wohl eher nicht. „Jeder in Süd hat ein solches Polo-Shirt bekommen“, informierte Andrea Gädicke. „Alle haben mitgezogen, auch die Älteren. Nur gemeinsam sind wir stark“, begründete sie. Wer der König von Kusey-Süd ist, blieb jedoch offen. Ambitionen werden allerdings Karin Schulz zugeschrieben, sie war ja auch die heimliche Bürgermeisterin in der Straße.

Doch eigentlich ging es beim Flohmarkt um die Schnäppchenjagd. „Elf Verkaufsstände zum Stöbern und Kaufen sind heute dabei“, berichtete Andrea Gädicke. Meist Einheimische wollten Ausrangiertes verkaufen, aber auch vier Stände von Auswärtigen waren dabei.

Ben und Felix Moritz waren aus Nien­dorf nach Kusey gekommen. Die sieben und acht Jahre alten Jungen verkauften Spielzeug, das sie nicht mehr benötigten. Sie wussten genau, was sie mit dem Geld anfangen werden. Ben: „Ich kaufe mir irgendwas mit Star Wars.“ Felix: „Ich kaufe mir Lego.“ Währenddessen versuchten Vater und Großvater Werkzeug an den Mann zu bringen.

„So einen Teppichroller hatte Oma auch“, rief eine Frau am Stand von Lieselotte Eggert und Marion Kornelsen aus Kusey. Dort gab es Geschirr zu kaufen, Schmuck und Kristall. „Typisch Frau“, sagte Marion Kornelsen, „erst wird der Schmuck gekauft, zwei- oder dreimal getragen und das war‘s.“

Zu den Stammgästen des Marktes gehört inzwischen die Neuferchauerin Christa Schulz. Sie bot Mützen, Schals und andere Strickwaren zum Verkauf an. „Alles Handarbeiten“, betonte sie.

Schallplatten-Verkauf

Seinen Schallplatten-Schrank hatte Wolfgang Mosel geplündert. „Alles Platten von Amiga aus der DDR“, sagte er. Doch seine wirklichen Schätze behält er. „Als Fan gebe ich die Platten von den Puhdys nicht weg. Zuhause habe ich insgesamt 250 Platten.“

Angereist waren mit ihrem Stand auch zwei gebürtige Klötzerinnen. Lena und Laura Schulz hatten einen großen Verkaufsstand mit Sonnenbrillen und Handyschalen bestückt, mit Bildern, CDs, T-Shirts, Spielzeug und Selbstgenähtem.

Für einen Imbiss hatten Fritz Schulz und Detlef Kornelsen den Grill angeheizt. Im Gebäude gab es Kuchen und Kaffee. „Alle Südler haben am Sonnabend beim Aufräumen und heute geholfen“, freute sich Andrea Gädicke. Am Abend werde es noch eine Auswertung geben, kündigte sie an. Und in zwei Wochen, am 4. August, wird ab 17 Uhr im Königreich Kusey-Süd ein Straßenfest gefeiert.