Böckwitz l Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls wird Böckwitz-Zicherie in den kommenden Wochen gleich doppelt zum Schauplatz von Veranstaltungen. Am 18. November richten die Stadt Klötze und der Flecken Brome dort eine Feier aus. Das stand bereits seit einer Weile fest. Nun wurde bekannt, dass auch die Bundesregierung in das Doppeldorf einlädt, und zwar am 9. November.

An diesem Tag, so teilte das Bundesinnenministerium mit, werden entlang der ehemaligen Grenze vier Standorte über das Internet miteinander verbunden. Zu verfolgen ist das Ganze auf der Webseite „unseregeschichte.bund.de“. In Böckwitz-Zicherie übernehmen Kim Fisher und Jahn Hahn ab 21.20 Uhr die Moderation und sprechen in einem mobilen Studio mit lokalen und nationalen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur über die Bedeutung des Mauerfalls.

Weitere Stationen der Live-Berichterstattung sind das bayerische Hof, Geisa in Thüringen sowie Ratzeburg in Schleswig-Holstein. Der zeitgleich stattfindende Festakt am Brandenburger Tor in Berlin wird ebenfalls Bestandteil der Schalte sein. Zwei historische Uhrzeiten, so informierte die Pressestelle des Ministeriums, sollen Beginn und Ende dieses „längsten Gesprächs Deutschlands“ markieren: Die unbeabsichtigte Verkündung der Grenzöffnung durch Günter Schabowski um 18.53 Uhr und die Öffnung des Grenzübergangs Bornholmer Straße in Berlin um 23.30.

Deutsche Einheit noch nicht abgeschlossen

Das außergewöhnliche Gesprächsformat am 9. November findet unter dem Motto „Unsere Geschichte schreibt Zukunft“ statt. Es gehört zu den Aktivitäten der Bundesregierung im Jubiläumsjahr des Mauerfalls und beruht auf den Empfehlungen der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“. Diese besteht aus Vertretern von Politik, Wirtschaft, Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft. Den Vorsitz hat der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck.

„Die Bundesregierung möchte den 30. Jahrestag des Mauerfalls als ein für ganz Deutschland einendes Jubiläum begehen, das auch ein Bewusstsein dafür schafft, dass die Deutsche Einheit ein Prozess ist, der noch nicht abgeschlossen ist“, heißt es in der Ankündigung. „Das Jubiläumsjahr soll das gemeinsame und gegenseitige Verständis für die Leistungen fördern, die zur Wiedervereinigung geführt haben und für das Zusammenwachsen von Ost und West erbracht wurden.“

Wie die Pressestelle weiter erwähnte, geht es in dem Gespräch am 9. November um die Jahre der Teilung, den Mauerfall und die vergangenen drei Jahrzehnte. In Hof, Geisa, Ratzeburg und eben Böckwitz wird darüber gesprochen, was der Mauerfall für die Bürger bedeutet hat, welche Änderungen damit einhergingen, welche Freuden und Herausforderungen. Das Gespräch wird in Teilen auch im Fernsehen übertragen.

Bereits jetzt können Bürger ihre persönlichen Erlebnisse, Assoziationen und Gedanken zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall in einem kurzen Video festhalten und im Internet auf „unseregeschichte.bund.de“ hochladen. Die Videos werden gesammelt und in das Live-Format integriert.

Wie die Bundesregierung auf Böckwitz-Zicherie gekommen ist, wo dort das Studio aufgebaut sein wird und ob die Gesprächspartner von Kim Fisher und Jan Hahn bereits feststehen, diese und andere Fragen der Volksstimme ließ die Pressestelle des Ministeriums bis dato unbeantwortet.