Rohrberg/Jübar l Der Investitionsstau in Grundschulen und Kindertagesstätten der Verbandsgemeinde (VG) hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Schauplatz ist diesmal die Rohrberger Kita Schoorbergzwerge, die in einem umgebauten Zweifamilienhaus aus den 1940er Jahren untergebracht ist. Hier wurden bei einer Nachkontrolle durch den Brandschutzprüfer des Altmarkkreises im Dezember erhebliche Mängel festgestellt, wie VG-Bürgermeister Michael Olms am Mittwochabend im Einrichtungs- und Sozialausschuss berichtete.

Am Dienstag hätten sich dann Vertreter der Fachaufsicht vor Ort umgesehen und festgelegt, dass sofortige Maßnahmen seitens der Verbandsgemeinde umzusetzen seien. Anderenfalls sei ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich.

Kein zweiter Fluchtweg

Einer der beanstandeten Punkte: In den meisten Räumen gibt es keinen zweiten Flucht- und Rettungsweg. „Es müssen Türen nach außen eingebrochen werden“, so Olms. Die Verbandsgemeinde werde hier umgehend tätig werden, um eine Schließung der Einrichtung zu verhindern und ist dabei, Angebote einzuholen. Desweiteren habe man bereits wie gefordert die Garderobe, Dekomaterial und Papier aus den Fluren entfernt und in die Gruppenräume verlegt. „Für die Aushänge an den Wänden gibt es einen Glaskasten“, kündigte der Bürgermeister an.

Bei den kurzfristig notwendigen Maßnahmen soll es aber nicht bleiben. Die VG will die Rohrberger Kita noch in diesem Jahr umfassend elektro- und brandschutztechnisch sanieren. Dafür sieht der aktuelle Haushaltsentwurf 261 000 Euro vor. Eine Zusammenlegung mit der Ahlumer und Tangelner Kita in einem Neubau, die als Alternative zur Sanierung der drei Einrichtungen ins Spiel gebracht wurde, dürfte damit vorerst vom Tisch sein.

Ausweichvariante gesucht

Allerdings gibt es ein Problem: Wenn gebaut wird, müssen die derzeit knapp 35 Kinder woanders untergebracht werden. Doch wohin? Die meisten Einrichtungen in der Umgebung sind ausgelastet. „Ein paar Kinder bekommen wir sicher in Tangeln, Ahlum und Beetzendorf unter, aber nicht alle“, kündigte Michael Olms an. Man arbeite aber an einer Lösung und werde diese möglichst zur nächsten VG-Ratssitzung präsentieren. Fakt sei jedoch, dass ein Betrieb der Rohrberger Kita bei laufenden Bauarbeiten nicht möglich sein werde, zumal das Gebäude auch eine gewisse Zeit ohne Strom sein werde. Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz bot spontan das Schützenhaus am Schoorberg als Ausweichquartier an. Doch das müsste, ebenso wie die nebenan liegenden Toiletten, laut Vorschriften eigens für diesen Zweck kindgerecht umgebaut werden. „Sonst stimmt das Jugendamt nicht zu“, so Olms. Für den Jübarer Carsten Borchert ein Unding. Der CDU-Landtagsabgeordnete kündigte spontan eine Kleine Anfrage im Parlament an, ob in solchen Notfällen nicht Ausnahmeregelungen möglich sind.