Neuferchau l Immer wieder taucht in der Stadt Klötze die Frage nach Bauplätzen auf. Dem eigenen Elternhaus entwachsen, wollen sich vor allem junge Menschen ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Vielleicht arbeiten die meisten gar nicht in der Altmark, sondern pendeln nach Niedersachsen, aber ganz und gar verlassen wollen sie ihre Heimat nicht. Schließlich sind sie hier verwurzelt. Aber wenn man selbst kein Grundstück hat, dann gibt es ein Problem. Denn ausgewiesene Flächen scheinen Mangelware zu sein. Sogar die Stadt selbst spricht in einem Bericht zum Entwicklungskonzept, das sich mit der Zukunft der Einheitsgemeinde beschäftigt, von einem „Mangel an Bauplätzen“, der durch ein vereinfachtes Planungsverfahren behoben werden könnte.

Nichtsdestotrotz ist in dem Papier von einem „sehr hohen“ Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern, den es im Bereich der Einheitsgemeinde gebe, die Rede. Dieser beruhe seit der Wende insbesondere auf einer individuellen Bautätigkeit. Reine Neubaugebiete, wie sie zum Beispiel in Rühen (Samtgemeinde Brome) oder den Wolfsburger Stadtteilen wie Pilze aus den Böden sprießen, sind aber eher die Seltenheit.

Bei Größe flexibel

Eine Ausnahme könnte es bald in Neuferchau geben. Dort, nördlich der Kuseyer Straße, plant Nowo Immobilien, ein Maklerbüro aus Braunschweig, das Neubaugebiet „Bei der Windmühle“. Dazu fand im Neuferchauer Saal eine Informationsveranstaltung statt.

Zu Beginn ergriff Klötzes Stadtoberhaupt Uwe Bartels, der auch Ortsbürgermeister von Neuferchau ist, das Wort. Demnach habe er um dieses Forum gebeten, „damit alle Bauwilligen wissen, um was es geht.“ Antworten lieferte im Anschluss Klaus-Jürgen Christiansen von Nowo Immobilien. Demnach sollen in Neuferchau insgesamt 15 Einfamilienhäuser und 14 Doppelhaushälften entstehen. Die Grundstücke hätten eine Größe von 324 bis 742 Quadratmetern, wobei man diesbezüglich noch einigermaßen flexibel sei. Die Eigenheime könnten entweder schlüsselfertig übergeben oder auch mit Eigenleistung errichtet werden. Je nach Wetterlage soll in vier Wochen mit der Vermessung und dem Abstecken der Grundstücke begonnen werden, kündigte Christiansen an.

Spielplatz geplant

Schon bald darauf soll auch mit dem Bau der Straße, die sich durch das Neubaugebiet ziehen wird, angefangen werden. „Die Kurven sind ganz schön eng. Ist es möglich, die Ecken abzurunden?“, wollte Einwohner Henry Hartmann wissen. Dies, so erfuhr er, hänge auch davon ab, ob der vorgesehene Spielplatz realisiert wird. Fiele der weg, ergebe sich automatisch mehr Raum. Hartmann wies darauf hin, dass am Saal bereits ein Spielplatz existiere. Entstünde im Neubaugebiet ein weiterer Spielplatz, dann gebe es in einem Umkreis von wenigen Metern gleich zwei. „Das ist einer zu viel“, hieß es aus der Runde.

Die Anwesenden erinnerten daran, dass es in Neuferchau nicht zum ersten Mal die Bestrebung gebe, ein Neubaugebiet zu schaffen. In der Vergangenheit sei daraus aber nie etwas geworden. „Angenommen, es gibt nur vier oder fünf Käufer, würden Sie Ihre Pläne dann trotzdem in die Tat umsetzen?“, wollten die Teilnehmer der Info-Veranstaltung von Christiansen wissen. „Ja, auf jeden Fall. Das ist kein bloßes Gerede“, stellte er klar. Zumal er fest davon ausgehe, dass alle Grundstücke verkauft würden. Dafür spräche zum einen die idyllische Lage von Neuferchau. Und zum anderen werde zunächst ein Musterhaus hochgezogen, das normalerweise weitere Interessenten nach sich ziehe.