Der 21-jährige Ahlumer Martin Pieper fährt als Landessieger zum Bundeswettbewerb der Tischler

Ein Telefonbänkchen überzeugt die Jury

Von Walter Mogk

Mit diesem Erfolg hatte Martin Pieper nicht gerechnet. Beim Leistungswettbewerb auf Landesebene holte der Ahlumer Tischlergeselle den Sieg und darf nun Sachsen-Anhalt beim Bundeswettbewerb vertreten.

Ahlum l Sie ist relativ klein, kompakt und handlich, doch ein Blick auf die saubere Verarbeitung des Holzes der zusammengebauten Telefonbank zeigt: Hier war ein Könner am Werk. Dem Ahlumer Martin Pieper, der erst in diesem Jahr seine Gesellenprüfung als Tischler abgelegt hat, brachte dieses unscheinbare Möbelstück den Sieg beim Leistungswettbewerb des Landes in Magdeburg.

Als einer von sieben Teilnehmern war er zu dem Ausscheid anlässlich der Berufsfindungsmesse "Handwerk4you" eingeladen worden. Und das nicht ohne Grund, schließlich ist der Ahlumer in diesem Jahr bester Auszubildender im Tischlerhandwerk im Bereich des Innungsbezirks Altmark. Sowohl die theoretischen als auch die praktischen Prüfungen absolvierte Pieper mit Bestwerten.

"Dennoch habe ich nicht damit gerechnet, beim Landeswettbewerb den Sieg zu holen", bekennt der 21-Jährige gegenüber der Volksstimme. Sechs Stunden hatten die Teilnehmer des von den Handwerkskammern Magdeburg und Halle sowie dem Landesverband Tischler Sachsen-Anhalt veranstalteten Ausscheids Zeit, aus den vorliegenden gesägten Holzstücken in Handarbeit eine Telefonbank zusammenzubauen. "Eine technische Zeichnung haben wir bekommen und das nötige Handwerkszeug", berichtet Martin Pieper. Am Ende musste das Ergebnis dem Auge der Jury standhalten.

"Geprüft wurde unter anderem, ob alles rechtwinklig ist und wie sauber die Verbindungen gearbeitet sind", erzählt der Ahlumer, dessen Werkstück die Bewerter überzeugte. Zum Lohn gab es nicht nur eine Urkunde und einen kleinen Preis, sondern auch die Einladung zum Bundeswettbewerb des Tischlerhandwerks nach Karlsruhe.

Anfang November wird Martin Pieper Sachsen-Anhalt in der Badenmetropole repräsentieren und dort gegen die Sieger aus den anderen Bundesländern antreten. Was ihn dort erwartet und welches Möbelstück diesmal zu fertigen ist, weiß er natürlich noch nicht. Aber es wird auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit. Im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer die Aufgabe, aus 90 Einzelteilen ein Lowboard mit Klappe und Schubkasten zu bauen - und das innerhalb von 19 Stunden.

Holz hat den 21-Jährigen schon immer fasziniert. Und das nicht nur, weil er aus einer Tischlerfamilie kommt. Vater Axel Pieper führt die Tischlerei in Ahlum in vierter Generation. "Holz ist ein Werkstoff, der sich gut verarbeiten lässt und es macht sehr viel Spaß, damit zu arbeiten", erzählt Martin Pieper. Deshalb war es für ihn auch keine Frage, welchen Berufsweg er einschlägt. Nach der absolvierten Ausbildung im elterlichen Betrieb studiert der Ahlumer jetzt seit drei Wochen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde Holztechnik.