Mellin l Ein Großbrand in Mellin hielt am Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch die Feuerwehren der Region in Atem. Wie schon 2017 und 2018 standen Gebäude auf dem leerstehenden ehemaligen LPG-Gelände in Flammen, diesmal das alte Wohnhaus direkt an der Bundesstraße 248, in dem sich früher auch einmal das Büro eines ortsansässigen Holzbetriebs befand.

Bullifahrer enddeckt den Brand

Gegen 20 Uhr ertönte in Mellin die Sirene. Ein Anwohner berichtete: „Das ganze Gebäude hat lichterloh gebrannt. Die Flammen schlugen aus Fenstern und Türen." Entdeckt hatte den Brand der Fahrer eines Lasters, der gerade auf der B 248 durch den Ort fuhr. Er hielt geistesgegenwärtig an und hupte mehrfach laut, um die Anwohner auf die Flammen aufmerksam zu machen.

Niels Bruhm und seine Frau Kathrin, die direkt gegenüber dem Haus wohnen, bemerkten den Lärm. „Ich habe Wäsche aufgehangen, als vor unserer Tür ein Lkw hielt und mehrfach laut hupte. Ich ging hinaus, sah das brennende Haus und rannte sofort los, um die Feuerwehr zu alarmieren. Doch es war bereits zu spät, da alles lichterloh in Flammen stand", erzählte die Mellinerin. Ein Dorfbewohner versuchte nach Angaben der Polizei, die Flammen noch vor Eintreffen der Feuerwehr zu bekämpfen und zog sich dabei leichte Verletzungen zu.

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Schandfleckk soll verschwinden

55 Kameraden der Wehren aus Mellin, Tangeln, Beetzendorf, Rohrberg und Klötze waren mit zwölf Fahrzeugen vor Ort, um den Brand zu löschen. Umgehend wurde die Klötzer Drehleiter in Stellung gebracht. „Als die ersten Kräfte eintrafen, stand bereits der Dachstuhl im Vollbrand. In erster Linie musste der Schutz der benachbarten Gebäude gewährleistet werden. Da die Wasserversorgung über den ortseigenen Brunnen nicht ausreichte, wurde eine lange  Wegstrecke zu einem Löschteich aufgebaut", berichtete Marco Zander von der Beetzendorfer Feuerwehr.

Nachbarscheunen unversehrt

Den Einsatzkräften gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Grundstücke zu verhindern. Auch die Nachbarscheunen, die voller Stroh und Heu sind, blieben unversehrt. Das Wohnhaus jedoch war nicht mehr zu retten, von ihm blieb nur eine Ruine übrig, als die Feuerwehrleute gegen 4.30 Uhr ihren Einsatz beendeten. Während der Löscharbeiten musste die B 248 in Mellin für etwa vier Stunden voll gesperrt werden. Der entstandene Schaden wird auf zirka 10 000 Euro geschätzt.

Die Polizei hat das Gelände abgesperrt und mit der Ermittlung der Brandursache begonnen. Das Gebäude stand schon seit mehr als 15 Jahren leer und galt als Schandfleck im Dorf.  „Es verfiel und verwilderte", berichtete Interessenvertreter Martin Tessmer. Bereits in den vergangenen Jahren brannte es auf dem Gelände, 2017 stand beispielsweise eine große Scheune in Flammen (siehe Infokasten). „Viele stellen sich die Frage, was man dagegen machen kann", so Tessmer.

Gefahr für Kinder

Auch Kathrin und Niels Bruhm von gegenüber, die sich am Mitwochmorgen vor der Ruine des abgebrannten Hauses umsahen, fordern, dass jetzt endlich etwas getan wird. Seit Jahren ärgert sich das Ehepaar über das verwahrloste Grundstück inmitten der Gemeinde, auf dem sich auch eine zerstörte Scheune, zugemüllte Stallungen, mehrere Schrottautos und jede Menge Unrat befinden. „Erst ist die Bockscheune in Flammen aufgegangen, dann hat es im vergangenen Jahr im Nebenobjekt gebrannt und nun das hier", zeigte sich Niels Bruhm fassungslos.

Nicht nur er hofft, dass der Schandfleck, der einem Mann aus Tiddische gehören soll, endlich verschwindet. „Wir würden uns wünschen, dass dieses Objekt platt gemacht wird, denn es muss ja irgendwann einmal aufhören. Derartige Ruinen sind auch für die Kinder des Ortes gefährlich", meinte der Melliner.