Neuferchau l Einen unglücklichen Verlauf nahm eine Familienfeier am späten Sonnabendnachmittag in der Achterstraße in Neuferchau: Durch einen Blitzeinschlag wurden insgesamt zehn Erwachsene und Kinder verletzt, einer von ihnen trug schwerere Verletzungen davon.

Um 17.04 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehren, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Bert Juschus vor Ort mitteilte. Gemeldet worden sei ein Massenanfall verletzter Personen. Brandbekämpfer aus den Ortschaften Neuferchau, Klötze, Kunrau, Röwitz und Mieste rückten aus. Insgesamt waren 50 Kameraden mit neun Fahrzeugen im Einsatz. Er hätte zunächst gedacht, dass es sich um eine Übung handeln könnte. Doch schnell sei klar gewesen, dass es ein echter Einsatz ist, wie Juschus sagte.

Kreislauf- und Muskelprobleme

Zum Hergang wurde berichtet, dass ein Blitz in ein Scheunendach auf dem Grundstück in der Achterstraße eingeschlagen sei. Es sei zu einem Überschlag auf ein Party-Zelt  neben der Scheune im Garten gekommen, in dem sich einige Menschen befunden hätten.

Taufe und Geburtstag gefeiert

Gefeiert worden seien dort an dem Nachmittag ein Geburtstag und eine Taufe. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, nahmen rund 40 Gäste an der Feier teil. Zum Zeitpunkt des Einschlags hätten fünf Kinder in der Scheune gespielt und sich Verbrennungen und „blitzspezifische Schockwirkungen" zugezogen, wie es weiter hieß. Fünf Gäste, die sich im Zelt neben der Scheune befanden und sich dort an Metallteilen festhielten, hätten sich durch den ins Erdreich eingedrungenen Blitz Verbrennungen zugezogen.

Insgesamt zehn Menschen wurden bei dem Vorfall verletzt. Zunächst war man noch von neun Personen ausgegangen. Ein Erwachsener sei schwerer verletzt und frühzeitig mit dem Rettungswagen in eine Wolfsburger Klinik gebracht worden, wie der Leitende Notartzt, Dr. Ilja Karl, am Samstagabend am Einsatzort berichtete.

Notfallseelsorger vor Ort

Unter den übrigen Verletzten seien auch kleinere Kinder gewesen. Bei den Verletzten seien unter anderem Kreislauf- und Muskelprobleme festgestellt worden, wie der Notarzt sagte. Auslöser dafür könnten auch Panik und Hysterie sein, wie es hieß. Lebensbedrohliche Verletzungen seien nicht festgestellt worden, wie die Polizei mitteilte. Die Verletzten wurden zur Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Ersichtlicher Sachschaden entstand durch den Blitzeinschlag nach Angaben der Polizei nicht.

Vor Ort hätten die Rettungsdienst-Mitarbeiter schnell die Situation unter Kontrolle gehabt, wie Bert Juschus in Neuferchau erklärte. Er lobte die „hervorragende" Arbeit, die der Rettungsdienst geleistet habe. Insgesamt, so berichtete die Polizei, waren drei Notarztwagen und sechs Rettungswagen im Einsatz. Alles sei ganz gut ausgegangen, lautete das Fazit vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Bert Juschus gut zwei Stunden nach der Alarmierung. Ein Interventionsteam und Notfallseelsorger waren am Abend vor Ort und kümmerten sich um die übrigen Teilnehmer der Feier.