Neuferchau l Mit einem zünftigen Frühschoppen hat der Männergesangverein (MGV) Neuferchau 1863 seine Feierlichkeiten zum 155-jährigen Bestehen abgeschlossen. Etwa 120 geladene Gäste machten es sich dazu im Saal bequem. Eine Woche zuvor war bereits ein großes Sängerfest mit Umzug und Liedvorträgen über die Bühne gegangen.

Blick in die Chronik

Natürlich ließ der MGV Neuferchau sein Können auch beim Frühschoppen aufblitzen. Zur Begrüßung ließen die stimmgewaltigen Herren die Titel „Freudenklang“ und „So singt nur ein Männerchor“ erklingen. Später bekamen die Anwesenden auch noch Lieder wie „Küssen kann man nicht alleine“ oder „Yesterday“ zu hören.

Zwischendurch wurden langjährige Mitglieder mit Urkunde und Blumenstrauß geehrt und Vorsitzender Gerhard Brüggemann warf einen Blick in die Chronik. Gleich vorweg zollte er allen aktiven und passiven Sängern, die sich um den Chor verdient gemacht haben, seine Anerkennung. Vor allem in den ersten Jahren war das gar nicht so einfach. Es gab weder einen eigenen Übungsraum noch Strom. Also musste eine Petroleum-Lampe für Licht sorgen. Und zu den Sängerfesten in die Umgebung ging es nicht wie heute mit dem Auto, sondern mit Pferd und Wagen. „Ohne die Arbeit unserer Altvorderen wäre die unsrige nicht möglich“, betonte Brüggemann. „Sie waren es, die den Chor gründeten, die ihn am Leben erhielten, durch die schwere Zeit der Weltkriege verhalfen und immer wieder die Kraft aufbrachten, von vorne zu beginnen.“ Brüggemann erinnerte an frühere Höhepunkte (50. und 100. Jubiläum, Fahnenweihen 1908 und 1994, Ehrenplakette 1938, Zelter-Plakette 2003) sowie an ruhmreiche Vorsitzende beziehungsweise Vorstände wie Ernst Schmidt, Friedrich Schulz Senior und Junior, Walter Licht Senior, Willi Teitge, Fritz Schulz Junior und Heinz Hartmann. Des Weiteren pries er unvergessene Dirigenten wie Feliy Läuffer, Georg Pasternack, Norbert Jürges, Harald Malcherzyk und Fritz Zerneke.

Knisterumschlag

Einen Blumenstrauß erhielt Dagmar Alex aus Abbendorf, die den MGV Neuferchau seit dem 1. April 2015 leitet. Zuvor war der Posten übergangsweise von Wilfried Drebenstedt und Andrea Jürges übernommen worden . Ein Dankeschön gab es von Brüggemann auch für die vielen fleißigen Helfer, durch die das Sängerfest am 17. Juni zu einem Erfolg werden konnte.

Klötzes Stadtoberhaupt Uwe Bartels überreichte Brüggemann einen Knisterumschlag, würdigte das kulturelle Engagement des MGV Neuferchau und sagte: „155 Jahre kann ein Mensch nicht erreichen. Aber eine Gemeinschaft schafft das.“

Im Anschluss folgte ein gemütliches Beisammensein mit Büfett, gesponsert von Herbert Marschner. Das Schwein hatte Henry Hartmann von der Produktivgenossenschaft Neuferchau zur Verfügung gestellt. Es gab Freibier und andere kostenlose Getränke. Für die Musik sorgte DJ Ralf Hübner aus Klötze.