Klötze l Auf das Geschäftsjahr 2017 wurde bei der Mitgliederversammlung der Wohnungsbaugenossenschaft (WG) Klötze am Dienstagabend im Altmarksaal zurückgeblickt. Den entsprechenden Bericht stellte Heike Meise, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, vor und nannte wichtige Zahlen.

Ende 2017 bewirtschaftete die Genossenschaft 551 Wohnungen, inklusive einer Gästewohnung und einem Büro, wie es hieß. Ein Jahr zuvor waren es noch 601 Wohnungen. Der Grund: An der Wasserfahrt 34 bis 38 wurde 2017 ein Block mit 50 Wohnungen abgerissen. Abgeschlossen waren die Arbeiten Ende November. Insgesamt schlug der Abriss, inklusive des Umzugsmanagements, mit 423 600 Euro zu Buche. Fördermittel in Höhe von 181 800 Euro flossen. „Somit musste die WG Klötze eG 241 800 Euro aus Eigenmitteln begleichen“, hieß es im Bericht.

Unterm Strich stand ein Jahresfehlbetrag von 197 800 Euro, wie Heike Meise zur Finanzlage mitteilte. Das Minus, so führte sie weiter aus, ergebe sich zum einen aus den hohen Instandhaltungskosten, die bei der Herrichtung von Wohnungen für die Neuvermietung anfallen. Einen Teil hätten auch die Kosten für das Umzugsmanagement beigetragen, das bei dem Abriss nötig wurde. Ein weiterer Faktor sei der hohe Leerstand, der auch nach dem Rückbau noch 20 Prozent betrage. Geschlossen wurden 36 Mietverträge, allerdings sind 2017 auch 47 Kündigungen eingegangen. Die Zahl der vermietungsbedingten Leerstände stieg um elf auf insgesamt 112 Wohnungen. Pro Wohnung betragen die jährlichen Mietausfälle rund 2700 Euro. Allerdings bezieht sich diese Zahl noch auf den alten, größeren Wohnungsbestand.

Demografischer Wandel als Herausforderung

Nach dem Minus in der Bilanz für 2017 zeichnet sich offenbar ein besseres Bild für das laufende Jahr ab. Wie Heike Meise voraus blickte, „erwarten wir nach vorsichtiger Schätzung einen Jahresüberschuss in Höhe von 7500 Euro“.

Die Umsatzerlöse werden sich aufgrund von Mieterhöhungen, die durch die Modernisierung von Wohnungen und der Neuvermietung erreicht werden, im Vergleich zu 2017 erhöhen, wie es in der Prognose hieß. Durch den erwarteten Bevölkerungsrückgang wird der Leerstand aber wohl weiter auf einem hohen Niveau bleiben und das Angebot die Nachfrage übersteigen.

„Der weitere Abbau von Wohnungsüberbeständen wird auch zukünftig eine wesentliche Rolle innerhalb der Genossenschaft einnehmen“, wie es hieß. Außerdem bereite man sich auf die Zukunft vor und beschäftige sich unter anderem mit der Frage, wie die Wohnwünsche der Menschen in den kommenden Jahrzehnten aussehen werden. Der demografische Wandel ist dabei eine Herausforderung. Auch würden Themen wie Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen. Ende 2017 zählte die Genossenschaft übrigens 506 Mitglieder. Gegenüber 2016 hat sich die Zahl um 24 vermindert. Der Altersdurchschnitt aller Mitglieder lag bei 58,04 Jahren. In der Genossenschaft sind ein hauptamtliches Vorstandsmitglied, zwei kaufmännische Mitarbeiterinnen und ein Hauswart beschäftigt.