Böckwitz l Was bedeutete die ehemalige Grenze für das alltägliche Leben der Menschen damals? Das können junge Menschen heute nicht mehr nachvollziehen. Um mehr Informationen dazu zu sammeln, besuchten Schüler einer Hauptschule aus Hannover am Montag das Grenzmuseum in Böckwitz und den Grenzlehrpfad.

Einer von ihnen ist der in Immekath geborene Lukas Christen. Er erzählte in der Schule vom einstigen Doppeldorf Böckwitz-Zicherie, wo die Grenze teilweise durch Häuser verlief. Das interessierte die Jugendlichen brennend. In einem Projekt wollten sie mehr erfahren über das Leben an der Grenze, den Alltag der Menschen und sehen, was heute noch zu finden ist von dem einstigen Bauwerk des Schreckens, erläuterte Lehrer Thomas Bagusat. Die Schüler besuchten den bekannten Kontrollpunkt an der Autobahn 2 in Helmstedt/Marienborn, und sie planten einen Abstecher in die einst geteilte Hauptstadt nach Berlin. Den Auftakt ihrer Reise machten die Hannoveraner aber in Böckwitz.

Dort sind sie von Hartmut Jakobs empfangen worden. Der Niedersachse kennt die Grenze noch aus eigenem Erleben. „Vor der Grenzöffnung haben wir uns auf der gegenüberliegenden Seite von Steimke in Niedersachsen informiert. Heute können wir uns frei bewegen, ohne auf Warnschilder achten zu müssen“, erzählte er den Schülern. Jakobs berichtete vom Bundesgrenzschutz, vom Verlauf der Grenzanlagen und davon, dass dort eigentlich immer eine Grenze verlief, beispielsweise die zwischen Preußen und dem Königreich Hannover. Zeitweise hätten Kinder aus Böckwitz und Zicherie in einer gemeinsamen Schule gelernt. Nach dem 2. Weltkrieg kam dann die Teilung.

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Im Anschluss sahen sich die Jugendlichen die erhaltenen Grenzanlagen am Lehrpfad an. Dort konnten sie auch einen Grenzturm erklimmen.