Klötze l Für Schüler und Vereinssportler ist die Klötzer Hegefeld-Halle ein wichtiger Anlaufpunkt. Doch in naher Zukunft werden wohl Bauarbeiter das Bild in dem Gebäude, das sich hinter der Sekundarschule „Dr. Salvador Allende“ befindet, bestimmen. Denn der lange geplante Umbau der Halle kann nun beginnen. Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft sprachen sich die Mitglieder des Stadtrates einstimmig für das umfangreiche Projekt aus. Unter anderem soll der Sanitärtrakt komplett neu gestaltet werden.

Nun könnte vieles schnell gehen. Bereits Ende dieser Woche, so blickte Planer Hans-Jürgen Krauße voraus, wolle man mit der Ausschreibung für die Abrissarbeiten starten. Der Bau solle im Mai beginnen, wie es hieß. Der Planer ging von zehn bis zwölf Monaten Bauzeit aus.

Die Hegefeld-Halle ist schon seit Jahren ein Thema in der Stadt. Im Laufe der Zeit kletterten die geschätzten Kosten für das Projekt in die Höhe. 2016, so blickte Bürgermeister Uwe Bartels bei der Sitzung zurück, war man noch von Ausgaben in Höhe von rund einer Million Euro ausgegangen. Daraus wurden später 1,6 Millionen, aktuell sind es mehr als zwei Millionen Euro. Wie es zu dieser Kosten-Explosion kam, sollte Planer Hans-Jürgen Krauße den Mitgliedern des Stadtrates erklären.

Bilder

„Die Entwässerung der Halle ist in einem schlechten Zustand.“

Hans-Jürgen Krauße, Planer

Krauße war, so sagte er, im Herbst 2018 im Rahmen einer Ausschreibung mit dem Umbau der Sporthalle beauftragt worden. 2016 sei lediglich eine Modernisierung der Halle geplant gewesen. Unter anderem sollte der Sanitärtrakt in seiner bisherigen Form erhalten bleiben. Doch das habe sich bei genauerer Betrachtung als ungünstig erwiesen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Bausubstanz erhebliche Schäden aufweise. Als Beispiele zählte Krauße aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden sowie Risse in Wänden und Fußböden auf. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass der Sanitärtrakt entkernt und neu gestaltet werden müsste. Die dafür nötigen Abriss- und Erdarbeiten seien ein Grund, warum die Kosten gestiegen sind.

„Die Entwässerung der Halle ist in einem schlechten Zustand“, nannte Hans-Jürgen Krauße ein weiteres Problem. Die Regenwasserkanäle seien überlastet. Ein neues Konzept musste her. In Zukunft soll das Regenwasser nicht mehr in den Kanal fließen, sondern in ein neues Auffangbecken hinter der Halle. Dieses könnte die Feuerwehr als Löschteich nutzen, wie es hieß.

Viele bauliche Veränderungen sind im Sanitärtrakt der Halle geplant. Dieser hat eine Fläche von insgesamt rund 400 Quadratmetern, so Krauße. Entstehen soll ein rund 60 Quadratmeter großer Eingangsbereich. Auf der linken Seite der Eingangstür liegen laut Zeichnung, die Krauße bei der Sitzung per Beamer an die Wand warf, zwei Umkleideräume für die männlichen Besucher. Deren Größe beträgt zwischen 22 und 23 Quadratmeter. Beide Räume bieten einen direkten Zugang zum Waschraum, an dem sich die sechs Duschen und die Toiletten anschließen.

„Die Preise haben sich verdoppelt und verdreifacht.“

Hans-Jürgen Krauße, Planer

Auf der rechten Seite des Sanitärtraktes wird es ebenfalls zwei ähnlich große Umkleideräume mit Toiletten und Duschen für die weiblichen Besucher geben. Zwei separate Behinderten-Toiletten sollen in der Mitte entstehen, ebenso zusätzliche WCs für Besucher. Vorgesehen sind außerdem eine Teeküche, ein Sanitätsraum und ein Zimmer für die Lehrer. Vereine können ihre Sportgeräte in Doppelschränken einschließen.

Auch in der Sporthalle selbst, die eine Fläche von rund 980 Quadratmetern hat, wird es bauliche Veränderungen geben. Vorgesehen sind neue Notausgangstüren. Um die Sicherheit der Sportler zu erhöhen, werden die Ziegelstein-Wände im Inneren mit einem Prallschutz versehen. Das alte Parkett wird entfernt und durch einen neuen, elastischen Boden ersetzt. Ein Novum stellt die Fußbodenheizung in der Halle sowie im Sanitärtrakt dar. Bislang sorgte eine Lüftungsanlage für Wärme. Eine neue Decke samt Dämmung steht als weiterer Punkt auf der Liste. Auch die Außenwände müssten isoliert werden. Komplett erneuert wird auch die Elektroanlage. Die nötigen Arbeiten dafür würden die Kosten für das Projekt ebenfalls steigen lassen. „Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt und verdreifacht“, wusste Hans-Jürgen Krauße.

Die Außenhülle des Gebäudes sei noch in einem guten Zustand, ebenso das Dach, teilte der Planer mit. Dadurch sei die Investition in das bestehende Gebäude gerechtfertigt. Wäre dem nicht so, müsste über einen Neubau nachgedacht werden. Die Kosten dafür wären wahrscheinlich doppelt so hoch, schätzte Krauße, da man die alte Halle zunächst abreißen müsste.