Neuferchau l Wenn Sandra Dörwald aus Neuferchau über ihre ersten kreativen Schritte spricht, dann weiß die 34-Jährige noch ganz genau, wie alles seinen Anfang nahm. „Ich habe von 2007 bis 2013 in Hildesheim Grafikdesign studiert und den Studiengang sowohl mit einem Bachelor als auch mit einem Master abgeschlossen“, erzählt die junge Mutter im Gespräch mit der Klötzer Volksstimme.

Als wäre dieser Lebensabschnitt nicht schon schön genug, wurde die zweifache Mutter im selben Jahr mit ihrem ersten Kind schwanger. „Ich wollte für meine Tochter etwas Schönes entwerfen. Daraus wurde dann mein erstes Fadenbild“, blickt die Neuferchauerin zurück, die bereits während ihres Studiums ein Nebengewerbe anmeldete. „Außerdem habe ich noch eine Stelle als Grafikdesignerin gehabt und bin dann irgendwann bis zu vier Mal in der Woche zwischen Neuferchau und Hildesheim gependelt“, erinnert sich Dörwald. Doch genau das wurde ihr irgendwann zu viel. „Ich habe gedacht, wenn ich mich jetzt nicht traue, mich mit den Fadenbildern und dem Grafikdesign selbstständig zu machen, dann werde ich es irgendwann bereuen“, weiß die 34-Jährige noch genau.

Sie wagte den Schritt. „Im Oktober 2019 habe ich dann mein Gewerbe angemeldet und mich total auf dieses Jahr gefreut.“ Daraus wurde jedoch wegen der Pandemie nicht wirklich was: „Ich habe damit gerechnet, dass ich in diesem Jahr zahlreiche Märkte besuchen kann, um bereits gefertigte Bilder zu verkaufen“, erinnert sich Sandra Dörwald.

Motive auf der Internetseite zu sehen

Auch Motive, die auf Weihnachtsmärkten hätten angeboten werden sollen, lagen zeitweise nur rum. „Die Bilder habe ich dann einfach auf meiner Internetseite angeboten. Dort können Interessenten diese auch erwerben. Unter anderem Fadenbilder-Sets, die sehr gut von Familien angenommen wurden“, weiß Sandra Dörwald.

Doch wie funktioniert das Erstellen eines Fadenbildes eigentlich? „Vorlagen entwerfe ich mit einem speziellen Programm am Computer“, so Dörwald.

Danach werden Punkte auf einem Brett vorgezeichnet und im Anschluss Nägel dort eingeschlagen. Im Anschluss müssen dann nur noch die Fäden so um die Nägel gewickelt werden, bis am Ende das Bild entsteht. „Dabei können Familien, die selbst kreativ tätig werden möchten, auch zwischen verschiedenen Farben entscheiden“, erzählt die 34-Jährige.

Besonders gefragt waren bei ihr in diesem Jahr LED-Weihnachtssterne und LED-Schneeflocken. Schaut man in das Atelier der Neuferchauerin, so sieht man auch zahlreiche Weihnachtsbäume, Kränze und andere weihnachtliche Fadenbilder. Zeit für das Abarbeiten ihrer Aufträte nimmt sich die zweifache Mutter meist zwischen 7.30 bis 15 Uhr. „Dann sind die Kinder in der Schule und mein Mann auf Arbeit.“ Sollte es jedoch zeitlich doch mal etwas knapper werden und mehr Arbeit anstehen, „dann werde ich stets von meinem Mann oder der Oma unterstützt“, freut sich Sandra Dörwald, die in der Vorweihnachtszeit noch zahlreiche ihrer Bilder verkaufen konnte.

Sandra Dörwald hofft, dass im kommenden Jahr mehr Interessenten von ihrer kreativen Tätigkeit mitbekommen und sie auch wieder Workshops in ihren Räumen in Neuferchau anbieten kann.