Kusey l Für Horst Lichter ist es die erste mehrtägige Reise durch die neuen Bundesländer. „Ja, ich bin das erste Mal mehrere Tage in der früheren DDR. Es hat leider nicht früher geklappt“, bedauerte der 58-jährige nach seiner Ankunft mit dem Motorrad. Lichter ist umweltbewusst und kam mit einem Elektro-Fahrzeug vorgefahren. Auch in Sachen Mundschutz war er vorbildlich und hielt sich an die Hygienevorschriften.

Zehn Tage lang tourt der in Köln lebende Lichter durch die frühere DDR. Nach einigen Tagen zieht der TV-Moderator schon ein positives Fazit für die neuen Bundesländer. „Die Leute sind sehr freundlich und angenehm. Zudem ist die Landschaft natürlich und lädt zur Erholung ein“, lobte der Fernsehkoch und ergänzte, dass auch die Grundstücke und Vorgärten äußerst gepflegt sind. Das wurde in den alten Bundesländern etwas vernachlässigt, meinte er. Weil dem Prominenten die Region um Klötze so gut gefiel, machte das Drehteam auf der Fahrt von Wolfsburg nach Kusey noch in der Region um Steimke Station und drehte mit Horst Lichter noch einige Aufnahmen von den Wäldern.

Die zehntägige Reise durch die neuen Bundesländer wird in einem Film eines deutschen Fernsehsenders festgehalten und soll aus Anlass des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit um die Weihnachtszeit ausgestrahlt werden. Aus produktionstechnischen Gründen dürfen Sender, Ausstrahlungstermin und die Uhrzeit momentan nicht genannt werden.

Bilder

Beim Besuch im Kuseyer Ostalgiemuseum tauchte Horst Lichter, wie er selbst nach dem Rundgang sagte, in Teile seiner Kindheit ein. Denn zahlreiche der Tausende von Gegenständen sind mit den Produkten in der Bundesrepublik identisch. „In der DDR lebten überhaupt keine dummen Menschen. Sie hatten nur Materialprobleme und mussten die Produkte aus anderen Stoffen fertigen. Dabei waren sie sehr ideenreich“, zog Lichter eine positive Bilanz nach der Besichtigung.

Trabant passte zum Lichter-Geburtsjahr

Auch die Museums-Mitbegründerin Meike Hesse-Prang, die sich gemeinsam mit ihrer Mutter Roswitha Hesse sowie Ilka Dankert um das Museum kümmert und sich immer wieder über neue Artikel aus der 1990 untergegangenen DDR freuen kann, sprachen nach dem Rundgang mit dem TV-Star von einer netten und freundlichen Art des Prominenten.

Zu dem Rundgang war auch Meike Hesse-Prang extra aus Nordrhein-Westfahlen in ihre alte Heimat gekommen. In das Gästebuch schrieb Lichter dann: „Ihr Lieben, ihr seid die Bewahrer des kleinen Glückes. Ihr sammelt keine Dinge, sondern Erlebnisse und Geschichten. Danke, dass ich da sein durfte.“

Passend zum Ostalgiemuseum und zu den Dreharbeiten hatte auch Henry Dankert seinen 600er Trabant vor das Haus gefahren. Für Horst Lichter war das ein ganz besonderer Moment. Denn das DDR-Kultauto wurde in dem Jahr gebaut, als er 1962 das Licht der Welt erblickte.

Den Besuch im Klötzer Ortsteil wird Horst Lichter so schnell nicht vergessen. Aus den Händen von Ortsbürgermeister Norbert Nieder erhielt der Kölner einen Zinnteller mit dem Kuseyer Wappen. Als Kreishandwerksmeister überreichte Nieder einen selbst angefertigten extra langen Schuhlöffel. „Der ist gut im Alter“, betonte Lichter.

Kusey war für das Drehteam die einzige Station in Sachsen-Anhalt während der zehntägigen Tour. Von Sachsen und Thüringen kommend, ging es gestern nach einer Stärkung mit altmärkischem Sauerfleisch und Bratkartoffeln bei einem Jahrstedter Fleischer in Kusey über Salzwedel kurz in den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Am Abend steuerte der Tross einen Gutshof in der Nähe von Ludwigslust an. Über Berlin und Brandenburg endet die Motorrad-Rundfahrt dann am morgigen Freitag.