Kunrau l Der Tourismus soll im künftigen Biosphärenreservat (BR) Drömling eine wesentliche Rolle spielen. Die Region könnte vor allem für Radfahrer ein lohnenswertes Ziel sein. Allerdings befinden sich die vorhandenen Strecken teilweise in keinem guten Zustand. Deshalb sparten die Ortschaftsräte aus der Umgebung in der Vergangenheit auch nicht mit Kritik. Doch nun soll alles besser werden. Kürzlich enthüllte Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert im Rahmen des Drömlingsfestes in Kunrau zusammen mit Frank Doods (Staatssekretär im niedersächsischen Umweltministerium) und Jürgen Barth (Vorsitzender des Zweckverbandes Natur- und Kulturlandschaft Drömling/Sachsen-Anhalt) das erste neue Radwegeschild. Die Enthüllung soll auch gleichzeitig der Auftakt für weitere Investitionen sein.

Wie Dalbert mitteilte, stelle ihr Ministerium insgesamt 600.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 bereit. 150.000 Euro seien für die Beschilderung eingeplant, mit den restlichen 450.000 Euro sollen die Wege auf Vordermann gebracht werden.

„Wir reden schon seit 2015 über die Radwege", erinnerte der künftige BR-Leiter Fred Braumann. In dem damals vorgelegten Tourismuskonzept sei speziell in puncto Radwege noch Potential gesehen worden. Allerdings habe es mehrere Anläufe gebraucht, um die Finanzierung sicherzustellen. Jetzt könnten Mittel aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der früheren DDR genutzt werden. Braumann freute sich darüber, dass die Radwege im Drömling vom Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt aufgrund der Bedeutung des BR als eine von drei Vorhaben ausgewählt worden seien. „Das ist ein Glücksfall für uns“, betonte Braumann.

Als touristisches Zugpferd soll fortan der große Drömlingsradweg dienen, der auf einer Länge von 132 Kilometern durch alle Drömlingsregionen führt und die schönsten Orte im Drömling berührt. Der Drömlingsradweg besteht aus einem Rundkurs in Niedersachsen und vier Rundkursen in Sachsen-Anhalt: die 60 Kilometer lange Klötzer Moor- und Wald-Tour, die 43 Kilometer lange Oebisfelder Sumpfburg- und Ländchen-Tour, die 30 Kilometer lange Calvörder Sieben-Brücken-Tour sowie die 57 Kilometer lange Miester Kolonien-Tour. Damit tangiert der Drömlingsradweg alle vier in Sachsen-Anhalt beteiligten Kommunen, nämlich die Stadt Klötze, die Stadt Oebisfelde-Weferlingen, die Gemeinde Calvörde und die Hansestadt Gardelegen.