Jahrstedt l Derzeit gibt es für die Verstorbenen in Jahrstedt drei Formen von Bestattungen. Neben der Sarg- und Urnenbeisetzung, auch die anonyme Urnenbeisetzung am Eingangsbereich des Friedhofes. Auf einem großen Feldstein steht nur „In Erinnerung“. Auf einer mit Splitt gebauten Fläche werden die Verstorbenen ohne eine Namensplatte beigesetzt. „Diese Form soll es in Jahrstedt in Zukunft auch weiter geben“, so der stellvertretende Ortsbürgermeister André Homeyer.

Doch die Einwohner wünschen sich auch eine Beisetzung auf der grünen Wiese. Platz dafür wäre auf dem weitläufigen Areal am Dorfrand schon. Auf einer Stele sollen sich dann alle Namen der bestattenden Personen auf dem Urnenfeld der grünen Wiese wiederfinden. So sollen Verwandte und Bekannte sowie Familienangehörige, die nicht mehr im Ort oder der Region wohnen und die Ruhestätte eines Verstorbenen besuchen wollen, auch erkennen, wo die jeweilige Person bestattet worden ist.

Steimker stellten schon Antrag an die Stadt

So sind die Vorstellungen der Einwohner. Und auch der Jahrstedter Ortschaftsrat ist gegenüber dieser Art von Beerdigungen offen, betonten André Homeyer sowie die anderen Jahrstedter Ortschaftsratsmitglieder. Denn wer halb anonym bestattet werden möchte, sollte auch namentlich für die Nachwelt genannt werden. „Später wissen wir sonst nicht mehr, wer auf der Wiese alles begraben ist“, merkte auch eine Einwohnerin an.

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Auch in Steimke wünschen sich die Einwohner diese Art der Bestattung auf einer grünen Wiese mit einer gemeinsamer Namensstele. Dazu hatte der Steimker Ortschaftsrat schon vor zwei Jahren bei der Klötzer Stadtverwaltung einen Antrag gestellt, die städtische Friedhofssatzung zu ändern. Denn die lässt eine solche Bestattungsform derzeit gar nicht zu.

Die Satzungsänderung indes dauert noch an. Wie der städtische Hauptamtsleiter Matthias Reps im September auf Anfrage der Volksstimme zu dem Thema antwortete, sei diese in Arbeit. Einen genauen Zeitpunkt der Fertigstellung konnte er bis gestern allerdings noch nicht nennen.

Grundsätzlich sei die Stadt Klötze natürlich bereit, weitere Bestattungsformen zu erlauben, betonte der Vize-Bürgermeister. Für Matthias Reps ist es jedoch auch wichtig, dabei auf die Kosten sowie den Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft zu achten. Denn die müssten letztendlich auch die Anlagen auf den jeweiligen Friedhöfen pflegen.

Bis der Vize-Stadtchef das überarbeitete Papier dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegen kann, wird allerdings noch etwas Zeit ins Land gehen. Denn einige Passagen der Satzung, darunter auch die halb anonyme Bestattungsform, wie in Steimke und Jahrstedt gewünscht, kämen dann nur in einigen Ortsteilen der Einheitsgemeinde zur Geltung.

Übrigens: Auch die schon in Kunrau und Klötze vorhandenen Urnenstelen aus Naturstein sind in Jahrstedt ein Thema. Zwar gebe es nach dieser Form von Bestattungen aktuell keine direkten Nachfragen aus der Bürgerschaft. Doch auch die besondere Art der Beisetzung, in einer Stele mit einer Namenplatte vor der eingesetzten Urne, wollen die Jahrstedter nicht ganz aus den Augen verlieren.

Fünf verschiedene Arten von Beisetzungen

Vize-Ortsbürgermeister André Homeyer vertritt dabei die Meinung, dass nun mal nicht alle Ortschaften die verschiedenen Formen von Bestattungen anbieten können, weil alles auch eine Frage des Geldes sei. Denn solche Stelen für mehrere Verstorbene seien nicht ganz preiswert.

Der Jahrstedter Ortschaftsrat sieht jetzt ersteinmal die Stadt in der Pflicht, Neuerungen einzubringen, die aus den Ortschaften kommen. Mit den Antrag der Steimker sei das Thema halb anonyme Bestattungen mit einer Namensstele ja schon auf den Weg gebracht.

Wenn die Wünsche und Vorstellungen der Jahrstedter von der Stadtverwaltung in die Tat umgesetzt werden, würde es auf dem Jahrstedter Friedhof in Zukunft fünf unterschiedliche Arten von Beisetzungen geben.