Steimke l Schon seit Jahren wünschen sich die Steimker einen Radweg nach Brome. In den vergangenen Monaten ist dieser Ruf wieder lauter geworden. Kein Wunder. Schließlich ist Brome mit seiner Infrastruktur (Ärzte, Apotheken, Banken, Supermärkte, Tankstelle) die nächstgelegene Möglichkeit, um diese und andere Angebote zu nutzen.

Erste Hoffnungen keimten im April 2014 auf, als auf niedersächsischer Seite vom Bromer Ortsausgang bis zum Bromer Sportplatz für rund 53.380 Euro ein 350 Meter langer Radweg errichtet wurde. Doch ansonsten passierte nichts. Noch immer fehlt der rund 500 Meter lange Lückenschluss bis zur Landesgrenze und im Weiteren auch der 850 Meter lange Abschnitt auf sachsen-anhaltinischer Seite bis nach Steimke. Anfang 2017 keimte dann nochmals Hoffnung auf, als bekannt wurde, dass der Altmarkkreis Salzwedel genau für diesen 850 Meter langen Abschnitt bis zur Landesgrenze einen Antrag auf Fördermittel beim Land Sachsen-Anhalt stellen will. Damals hieß es, dass entlang der K 1122 auf einer Straßenseite für 284.700 Euro ein 2,50 Meter breiter Radweg gebaut werden könnte, sofern die beantragten Fördermittel in Höhe von 219.360 Euro auch tatsächlich fließen.

In diesem Falle, so signalisierte der Landkreis Gifhorn im Mai 2017 gegenüber der Volksstimme, könnte wiederum auf niedersächsischer Seite der Lückenschluss vom Sportplatz bis zur Landesgrenze ein Thema werden. Damit wäre der Radweg zwischen Steimke und Brome komplett.

Geringe Radverkehrszahlen in der Altmark

Doch daraus wird wohl (vorerst) nichts. Darauf lassen zumindest die Aussagen schließen, die Amanda Hasensfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, auf Nachfrage der Volksstimme tätigte. Demnach sei geprüft worden, ob der Radweg von Steimke bis zur Landesgrenze über ein Förderprogramm des sachsen-anhaltinischen Verkehrsministeriums gefördert werden könnte. „An diese Förderung“, so teilte Hasenfusz mit, seien jedoch Bedingungen und Auflagen geknüpft. „So müssen beispielsweise durch die beantragten Radverkehrsprojekte signifikante und nachweisbare Beiträge zu den Klimaschutzzielen des Landes und des Operationellen Programms für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) des Landes Sachsen-Anhalt 2014 bis 2020 erbracht werden“, erklärte die Pressesprecherin.

Eine Fördervoraussetzung sei, dass durch den Umstieg vom Auto aufs Rad weniger Kohlenstoffdioxid entsteht. Aber: „Aufgrund der geringen Radverkehrszahlen in der Altmark können diese Nachweise leider nicht erbracht werden“, bedauerte Hasenfusz.

Zweites Problem: Alleine kann der Altmarkkreis Salzwedel den Bau des Radweges nicht stemmen. Wegen gestiegener Baukosten und begrenzter Finanzmittel sei man bei Investitionen zunehmend auf Fördermittel angewiesen, wie die Pressesprecherin betonte. Aber: „Entsprechende Radverkehrsförderprogramme, die hier greifen, gibt es derzeit nicht.“ Der Altmarkkreis hofft, dass sich dies im Zuge der aktuellen Fortschreibung des Landesradverkehrsplanes ändert.

Neben dem Radweg nach Brome wünschen sich die Steimker auch einen Radweg entlang der Kreisstraße 1122 nach Kunrau. Dort befindet sich zum Beispiel die Grundschule, ein Bäcker und das Freibad, wie Einwohner bei Sitzungen des Steimker Ortschaftsrates anführten. Allerdings sind die Chancen auf einen Radweg zwischen Steimke und Kunrau zurzeit ebenfalls sehr gering.

Amanda Hasenfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, nannte dafür die gleichen Gründe wie beim Radweg nach Steimke, sprich: Fördermittel gibt es nicht oder sind an kaum erfüllbare Bedingungen gebunden, und allein könnte der Altmarkkreis Salzwedel die Kosten nicht tragen.