Klötze l Bärbel Müller, die in wenigen Tagen 61 Jahre alt wird, will rechtzeitig ihre Nachfolge regeln. „Denn in zwei bis drei Jahren plane ich in Rente zu gehen“, informierte die SCA-Gründerin während eines Pressegespräches gegenüber der Volksstimme. Aus diesem Grund wurde Ninett Schneider, die seit August 2015 im Verein hauptamtlich als Verwaltungsleiterin beschäftigt ist, vom ehrenamtlichen Vorstand am 16. Dezember zur zweiten Geschäftsführerin berufen. „Mit der neuen Zuständigkeit soll der ehrenamtliche Vorstand entlastet, die Geschäftsführung verstärkt und die Nachfolge frühzeitig geplant werden“, betonte Bärbel Müller. Vor fast genau 30 Jahren, am 21. Dezember 1990, wurde das Sozialcentrum Altmark aus einem rechtlich unselbstständigen Verein gegründet und erlangte damit die rechtliche Selbstständigkeit. Zuvor wurde Müller bereits die Geschäftsführung übertragen, später wurde sie als besondere Vertreterin des SCA bestellt.

Unternehmen hat aktuell rund 90 Beschäftigte

Mittlerweile ist das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber in der Region Klötze und in Beetzendorf. Denn aktuell stehen etwa 90 Frauen und Männer beim SCA auf der Gehaltsliste. Doch nicht nur das. Das Sozialcentrum ist im wachsenden Pflegesektor für ältere Menschen im ambulanten und stationären Bereich nicht mehr aus der Region wegzudenken. Zirka 400 kranke sowie alte Frauen und Männer werden von den rund Mitarbeitern des SCA gepflegt, betreut, beraten sowie medizinisch und hauswirtschaftlich versorgt“, wie die beiden Geschäftsführerinnnen anmerkten.

In Trägerschaft des SCA befindet sich auch das Beetzendorfer Pflegeheim „An den Kastanien“ mit 61 Plätzen, in dem die Bewohner stationär betreut werden. Die SCA-Sozialstation versorgt aktuell etwa 150 ältere Menschen im Raum Klötze und Beetzendorf mit ambulanten pflegerischen und medizinischen Leistungen sowie Betreuungsleistungen in ihrer Häuslichkeit. Zu dem umfassenden Geschäftsfeld des SCA gehören in Klötze und Beetzendorf 34 barrierefreie Wohnungen, in denen eine ambulante Versorgung möglich ist. 15 Tagespflegeplätze und vier Pflege-Gästezimmer zur Entlastung pflegender Angehöriger runden die Angebotspalette des Klötzer Unternehmens ab. Durch den SCA-Mahlzeitendienst werden täglich etwa 100 ältere Personen in der Region Klötze und Beetzendorf mit einer warmen Mahlzeit im Rahmen von Essen auf Rädern versorgt.

Seit Jahren werden Pflegekräfte ausgebildet

Doch die Zeiten in der Pflege werden auch schwieriger. Ein Punkt ist dabei das Vorhalten von geeigneten und gut ausgebildeten Pflegekräften. Da hat die Geschäftsführung gemeinsam mit ihren beiden Bereichsleiterinnen Nancy Förster für den Bereich Klötze in der ambulanten Pflege und Betreuung sowie Katja Koch für die stationäre Pflege im Bereich Beetzendorf schon vor einigen Jahren mit der regelmäßigen Ausbildung von eigenen Pflegekräften reagiert.

Aktuell absolvieren acht junge Menschen im Sozialcentrum eine Ausbildung und werden dabei von erfahrenen Praxisanleitern begleitet und unterstützt. Die Chance für eine Weiterbeschäftigung nach den drei Jahren liegen bei 100 Prozent. Ziel ist, so die beiden Geschäftsführerinnen, jedes Jahr zwei bis vier Auszubildende einzustellen, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Doch das ist nur einer von zahlreichen Punkten, um den zunehmenden Pflegebedarf von älteren und hilfsbedürftigen Menschen im stationären Bereich und im ambulanten in der eigenen Häuslichkeit aufrecht zu erhalten. Besonders die Politik stehe in der Verantwortung, die Leistungen der Pflegeversicherung zu erhöhen.

Ein Problem sieht Bärbel Müller zum Beispiel in den Pflegeheimkosten, die zunehmend steigen. Bei vielen Heimbewohnern gehe die Angst um, dass sie finanziell aufstocken müssen oder im Extremfall Angehörige für die Kosten mit aufkommen müssen. „Hier ist die Politik in Zukunft stärker gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Pflegebedürftigen zu entlasten“, so Müller und Schneider.

Auch in Zukunft will das SCA mit der neuen zweiten Geschäftsführerin Ninett Schneider seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden und den Betreuten einen würdevollen Lebensabend bieten.