Klötze l Aus einem Standrohr des Klötzer Wasserverbandes läuft seit Tagen das kühle Nass aus der zentralen Wasserleitung in das Klötzer Waldbad. Ohne diese Zusicherung von Wasserverbands-Geschäftsführerin Birgit Lange könnte die Stadt Klötze den Badebetrieb bei den tropischen Temperaturen nicht aufrechterhalten. Denn auf Grund der anhaltenden Hitze ist der Wasserverbrauch in den vergangenen Tagen um 50 Prozent gestiegen und seit Donnerstag ist auch die Entnahme von Wasser aus dem zentralen Netz, so Birgit Lange weiter, mit Verweis auf die Allgemeinverfügung des Altmarkkreises in der Zeit von 12 bis 20 Uhr verboten. Das trifft für private Grünflächen, Sportanlagen und sonstige Rasenflächen zu. Vonseiten des Wasserverbandes wird der Stadt Klötze nur gestattet, das verlorene Überlaufwasser, hervorgerufen durch Verdunstung und herausgetragen von den Badegästen, täglich nachzupumpen. Wieviel Liter Wasser das sind, ist noch nicht ermittelt. Darüber soll das Ablesen des eingebauten Zählers in Kürze Aufschluss geben.

Brunnen defekt

Der Grund, warum das Wasser aus dem eigenen Brunnen nicht mehr in die einzelnen Becken gelangt, sind nach Volksstimme-Recherchen die seit geraumer Zeit defekten Brunnen. Ein Problem, dass im Rathaus bekannt ist, aber nicht rechtzeitig zur Baderöffnung am 15. Juli abgestellt wurde.

Die defekten Pumpen sind die eine Seite der Problematik. Das Schwimmerbecken weist seit Jahren durch den Wasserdruck, der von unten nach oben drückt, Risse auf. Die wurden in den Vorjahren immer wieder von Schwimmmeister Roland Gille beseitigt. Da Gille seit 2019 seinen Ruhestand genießt, musste in diesem Frühjahr die Stadtwirtschaft ran und die Schäden beheben, damit die Saison über die Bühne gehen kann.

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Nicht nur Gille ging 2019 in den Ruhestand, sondern auch sein Kollege Fred Steffens, der sich als Rettungsschwimmer um das Kunrauer Freibad gekümmert hatte. Ein Nachfolger war in Kunrau mit dem Rettungsschwimmer Werner Ranft gefunden, der bereits 2019 in Diensten der Stadt Klötze gestanden hatte.

Keine Zusammenarbeit mit der Wasserwacht

Doch als die Freibad-Saison am 26. Juni in Kunrau eröffnet wurde, trennten sich die Wege von Ranft und der Stadt Klötze. Da auch der Gille-Nachfolger im Klötzer Waldbad, Thorsten Sierck, nur ein kurzes Intermezzo gab, stand die Stadtverwaltung plötzlich ohne eine Aufsicht in den beiden städtischen Freibädern da. Mit den Rettungsschwimmern der Diesdorfer Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wurde zur Saisoneröffnung in Kunrau und Klötze aber doch noch Fachpersonal für die Überwachung des Badebetriebes gefunden. Mit der Betreuung der Gäste gibt es keine Probleme. Allerdings ist den zum Teil jungen Rettungsschwimmern der Umgang mit der Technik nicht geläufig, wie es heißt. Besonders die Reinigung der Becken bereitete Probleme.

Auf eine Zusammenarbeit mit der Klötzer Wasserwacht legen in dieser Saison weder die Stadtverwaltung noch die DLRG-Ortsgruppe großen Wert, wie die Volksstimme erfuhr. Die angebotene Unterstützung, auch mit der Erfahrung der Beckenreinigung und der fachgemäßen Chlorierung des Wassers, wurde bislang nicht in Anspruch genommen. Auch die gefragten Schwimm-Lehrgänge im Klötzer Freibad gingen in diesem Sommer noch nicht über die Bühne. Laut der Wasserwacht-Vorsitzenden Monika Gille soll es noch Lehrgänge für Kinder geben. Offen ist allerdings der Ort. Klötze scheint wohl nicht in Frage zu kommen.

Um die Sanierung des Klötzer Schwimmerbeckens zu realisieren, sind im Haushalt für 2020 insgesamt 314 000 Euro mit einem Fördermittelanteil von 134 000 Euro aus dem Leader-Programm eingestellt.

Investitionen sind auch im Kunrauer Freibad geplant. Dort soll das Wasser über die Abwärme aus der örtlichen Biogasanlage beheizt werden. Hierfür wurden Fördermittel in Höhe von 166 200 Euro über das Leader-Programm beantragt und auch bewilligt, wie das Landesverwaltungsamt Ende Februar mitteilte. Seitens der Stadtverwaltung ist das aber noch nicht bestätigt worden.