Entschieden

Klötzer verlassen die langjährige Aktionsgruppe Rund um den Drömling endgültig

Nach gut 15 Jahren verabschiedet sich die Stadt Klötze beim Leader-Förderprogramm der Europäischen Union aus dem Drömling. Künftig wird man in einer neuen Aktionsgruppe innerhalb der Grenzen des Altmarkkreises mitarbeiten.

Von Tobias Roitsch
Teile der Einheitsgemeinde Stadt Klötze liegen im Drömling. Künftig wird sich die Stadt aber nicht mehr an einer Leader-Gruppe für den Drömling beteiligen.
Teile der Einheitsgemeinde Stadt Klötze liegen im Drömling. Künftig wird sich die Stadt aber nicht mehr an einer Leader-Gruppe für den Drömling beteiligen. Foto: Tobias Roitsch

Klötze/Neuferchau - Neue Wege wird die Einheitsgemeinde Stadt Klötze beim Leader-Förderprogramm der Europäischen Union beschreiten. Künftig wird die Stadt in der Förderperiode von 2021 bis 2027 in einer neuen Lokalen Aktionsgruppe (LAG) innerhalb der Grenzen des Altmarkkreises mitarbeiten. Das beschlossen die Mitglieder des Klötzer Stadtrates während ihrer jüngsten Sitzung, die im Neuferchauer Saal stattfand. Für die neue Gebietskulisse im Altmarkkreis sprachen sich 14 Mitglieder aus, zehn waren dagegen.

Auf dem Tisch lag noch eine zweite mögliche Variante, über die ebenfalls abgestimmt wurde. Diese sah vor, dass die Stadt Klötze gemeinsam mit vertrauten Partnern eine neue LAG für die Drömlingsregion gründet. Mit an Bord gewesen wären dann die Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen und die Gemeinde Calvörde. Beide liegen auf dem Gebiet des Landkreises Börde. Bereits in der Förderperiode von 2014 bis 2020 war die Stadt Klötze Mitglied der LAG Rund um den Drömling und gehörte 2006 zu den Gründungsmitgliedern der Aktionsgruppe, in der sie seitdem aktiv war.

Oebisfelde und Calvörde wären Partner geblieben

Nun ist Schluss, für die Drömlingsvariante fand sich im Klötzer Stadtrat keine Mehrheit. Für diese stimmten zehn Stadtratsmitglieder, 13 waren dagegen, es gab eine Enthaltung.

Wortmeldungen zum Thema gab es vor der Abstimmung keine. „Wenn das so ist, dann ist das so“, stellte Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski (CDU) fest. Dass niemand aus der großen Runde Gesprächsbedarf hatte, überraschte. Denn in den vergangenen Wochen entstand nicht der Eindruck, dass die Stadträte das Thema schnell abhaken wollten. Vor gut vier Wochen baten Mitglieder des Klötzer Hauptausschusses die Verwaltung, noch einmal Gespräche mit den Verantwortlichen in Oebisfelde-Weferlingen und Calvörde zu führen, um eine mögliche Fortführung der Drömlings-LAG auszuloten.

Über die Ergebnisse der Gespräche informierte Klötzes stellvertretender Einheitsgemeinde-Bürgermeister Matthias Reps während einer außerordentlichen Sitzung des Hauptausschusses, die eine Stunde vor der Zusammenkunft des Stadtrates extra zum Thema Leader stattfand. Der Oebisfelder Bürgermeister hätte signalisiert, dass er an einer neuen Aktionsgruppe für den Drömling festhalte, berichtete Reps. Sollte die Stadt Klötze dabei nicht mehr mitmachen, wolle man sich in Oebisfelde um eine andere Variante bemühen. Ähnlich lautete die Aussage aus Calvörde.

Um fachliche Fragen zu klären, war an dem Abend Referent Thomas Schulze vom Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt als Gast eingeladen. Im Hauptausschuss kam Joachim Klabis (Die Linke) auf die erforderliche Einwohnerzahl von 30 000 zu sprechen, die eine neue Lokale Aktionsgruppe haben müsste. Könnten Klötze, Oebisfelde und Calvörde die Zahl erreichen? Grundsätzlich gelte, dass eine LAG groß genug, aber auch nicht zu groß sein sollte, erklärte Thomas Schulze. Die mindestens 30 000 Einwohner seien als Untergrenze gewählt worden. Ausnahmen seien allerdings möglich. Fakt sei, dass sich in der neuen Förderperiode alle Aktionsgruppen im Land neu gründen müssen. Erreiche eine neue LAG beispielsweise nur 27 000 Einwohner, führe dieser Umstand allein nicht automatisch dazu, dass es zum Ausschluss kommt.

Knappe Mehrheit im Hauptausschuss

Mit Blick in die Vergangenheit stellte Marco Wille (UWG) fest, dass die bisherige LAG Rund um den Drömling zum Beispiel ein gemeinsames touristisches Konzept für die Region erstellt hat, das „auseinanderbröseln“ würde, wenn man die Drömlingsgruppe verlassen würde. Er sehe sich viel deutlicher im Drömling verortet als in einer Groß-LAG im Altmarkkreis, so Wille. Der Drömling sei schon länger eine Region, mit der sich die Menschen vor Ort identifizierten.

Mit vier Ja- und drei Nein-Stimmen sprachen die Mitglieder des Hauptausschusses dem Stadtrat die Empfehlung aus, dass die Stadt Klötze gemeinsam mit Calvörde und Oebisfelde-Weferlingen eine neue LAG gründen sollte. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung wenig später allerdings nicht.