Oebisfelde/Salzwedel l Das biblische Altertum, mythologische Inspiration und technische Errungenschaften der Neuzeit beschäftigen die Künstlerin Angelika Flaig. Die aus dem Schwarzwald stammende Kunstdruckerin hat vor allem in Baden-Württemberg ihre besonderen künstlerischen Spuren hinterlassen.

Inspiration auf dem Schrottplatz gefunden

Den Grundstein für ihr Schaffen legte der Vater, der die Tochter mit Arbeiten an technischen Geräten, wie beispielsweise an Stanzen, anleitete. Doch der Wille zur Kunst war bei Angelika Flaig größer. Erste Inspirationen für ihre Kunst holte sich die junge Flaig auf einem Schrottplatz in Bad Cannstadt. Den Feinschliff erhielt Flaig an der Akademie der Staatlichen Bildenden Künste in Stuttgart von 1974 bis 1979 als Schülerin bei den Professoren Peter Grau, Hans Gottfried von Stockhausen und für die freie Malerei bei Professor Paul Uwe Dreyer. Es folgte ein Studium der Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart.

Nach ihrem Fortgang aus Stuttgart fand sie in Bösdorf ihr zweites Zuhause, schaute sich in der Börde und in der Altmark um. Bei einem Besuch der Hansestadt Salzwedel musste sie am blauen Wasser der Jeetze innehalten. „Das Blau, die Kraft des Lichts, das Wasser. Ich entdeckte meine Liebe zur Jeetze“, erklärt sich Angelika Flaig zu dieser neuen Bindung. Dass die Ausstellung im Kunsthaus Salzwedel zustande gekommen ist, das war ein Wunsch, weil, wie Flaig selbst sagt, „ich so neugierig auf dieses Aushängeschild für Kunst war“.

Typisch für die Flaig-Kunst

Angelika Flaig bezeichnet ihre Ausstellung „Litho-Spären als typisch für ihre künstlerische Kreativität. In ihrem neu eingerichteten Atelier in Oebisfelde füllen großformatige Drucke ganze Schubladen. Und jedes Bild spiegelt die Suche nach dem Verschmelzen von stetiger Bewegung, von Elementen, mythologischen oder biblischen Einflüssen, Ritualen und moderner Technik wider. Dank ihrer speziellen Steindrucktechnik lässt Flaig Konturen zum Thema ineinanderfließen, kann aber bildliche Elemente oder Fotografien, wie beispielsweise Röntgenaufnahmen, extrem scharf abbilden.

Angelika Flaig passt in kein vorgefertigtes Künstlerschema. Sie benötigt allein Inspiration, um ihre Kunst in Metall, als Fotografie, Druck oder Performance entstehen zu lassen. Die Ausstellung „Litho-Sphären“ stellte Angelika Flaig mit großer öffentlicher Resonanz bereits im Jahre 2009 in Kornwestheim aus.