Grenzmuseum

Landräte sorgen in Böckwitz für Verwirrung: Wie heißt das Museum?

Kugelschreiber soll für Zusammenwachsen des Museumsvereins Böckwitz sorgen. Auch Zicherie nimmt mal Spitzenplatz ein.

Von Henning Lehmann
Anni und Wolfram Mindt aus Gifhorn besuchten das Böckwitzer Grenzmuseum. Die Ehefrau war zum ersten Mal dort.
Anni und Wolfram Mindt aus Gifhorn besuchten das Böckwitzer Grenzmuseum. Die Ehefrau war zum ersten Mal dort. Foto: Henning Lehmann

Böckwitz/Zicherie - Heißt der Grenzmuseumsverein Böckwitz-Zicherie oder umgekehrt. Unter den Vereinsmitgliedern gibt es zu dem Thema immer wieder mal Diskussionsbedarf. Laut Aussage der Vereinsvorsitzenden Verena Treichel steht in der Satzung ganz offiziell „Verein für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie Deutsch-Deutsche Gesichte“. Da die Hälfte der aktuell 62 Mitglieder aus Niedersachsen kommt, wird auch gelegentlich über den Zusatznamen Zicherie gerne diskutiert.

Aus diesem Grund hat das Beetzendorfer Vereinsmitglied Jürgen Benecke einen Kugelschreiber anfertigen lassen, auf dem sowohl Grenzmuseum Böckwitz-Zicherie als auch umgekehrt aufgedruckt ist. „Wir sind eine bunte Truppe, deshalb habe ich verschiedene Farben für die Kugelschreiber ausgesucht und beide Orte mal mit Böckwitz vorne sowie umgekehrt auf die Kugelschreiber drucken lassen“, begründet er seine Initiative.

Warum das so ist, klärt Vereinschefin Verena Treichel auf. „Wenn der Landrat aus Gifhorn, Andreas Ebel, kommt, sagen wir Grenzmuseum Zicherie-Böckwitz, ist der Salzwedeler Landrat Michael Ziche zu Gast, sagen wir Grenzmuseum Böckwitz-Zicherie“, informiert die Vereinsvorsitzende mit einem Lächeln.

Neun Monate Pause

Für Verena Treichel und ihre Mitstreiter öffneten sich am vergangenen Sonntag nach neun Monaten Pause wieder die Türen des Grenzmuseums. Neben einer Radtour an der früheren innerdeutschen Grenze, zu der auch am morgigen Sonntag wieder eingeladen wird und die ausgebaucht ist, war auch die Grenzausstellung erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Dabei fand Anni Mindt mit ihrem Mann Wolfram erstmals den Weg in das Museum. „Ich war schon einmal vor 20 Jahren zu Besuch, weil ich in der Samtgemeinde Brome angestellt war. Aber meine Frau kennt die Ausstellung noch nicht, und sie hatte den Wunsch, dass ich mit ihr mal hierher fahre“, begründete das Ehepaar aus Gifhorn seinen Abstecher über die frühere innerdeutsche Grenze. Dabei wollte Anni Mindt im Gespräch mit der Volksstimme und Astrid Heers vom Grenzmuseum einiges über das Leben in der ehemaligen DDR wissen. Sie zeigte sich zudem beeindruckt von der Ausstellung und meinte, dass die Geschichte der Mauer bis 1989 an nachfolgende Generationen weiter gegeben werden sollte. Dazu trägt nicht nur das Museum, sondern auch der neue Kugelschreiber von Jürgen Benecke auf jeden Fall bei.

Vom Grenzmuseum gibt es nicht nur verschiedenfarbige Kugelschreiber, sondern auch unterschiedliche Aufdrucke.
Vom Grenzmuseum gibt es nicht nur verschiedenfarbige Kugelschreiber, sondern auch unterschiedliche Aufdrucke.
Foto: Henning Lehmann