Klötze l Damit die Klötzer Kernstadt in Zukunft ein lebendiges Zentrum bleibt, braucht es Geld. Fördergeld. Entsprechende Mittel will die Stadt Klötze in Zukunft über das Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“ beziehen. Um das ab 2021 zu ermöglichen, sind Vorbereitungen erforderlich. So müssen die beiden bisherigen Fördergebiete, in die die Klötzer Kernstadt aufgeteilt war, zu einem neuen, großen Gebiet zusammengelegt werden. In der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend im Neuferchauer Saal sprachen sich die Mitglieder des Gremiums einstimmig dafür aus, dass die Gebiete „Zentrum/Bahnhofsumfeld“ sowie „An der Wasserfahrt/Am Hegefeld (Nord-Ost)“, die bislang an­einander grenzten, künftig zum Fördergebiet „Kernstadt Klötze“ vereinigt werden. Zuvor hatte bereits der Hauptausschuss einstimmig seine Empfehlung ausgesprochen. Diskussionen oder Fragen gab es zu dem Tagesordnungspunkt im Stadtrat keine.

Zahl der Programme auf drei reduziert

„Die Finanzhilfen des Bundes zur Förderung von lebendigen Zentren werden eingesetzt für städtebauliche Gesamtmaßnahmen zur Anpassung, Stärkung, Revitalisierung und zum Erhalt von Stadt- und Ortskernen, historischen Altstädten, Stadtteilzentren und Zentren in Ortsteilen, zur Profilierung und Standortaufwertung sowie zum Erhalt und zur Förderung der Nutzungsvielfalt“, ist in den Sitzungsunterlagen zu lesen.

Die Zentren, so heißt es weiter, sollen zu attraktiven und identitätsstiftenden Standorten entwickelt werden. Und zwar für das Wohnen und Arbeiten, für die Wirtschaft und Kultur.

Seit diesem Jahr gibt es nur noch drei Städtebau-Förderprogramme. Zuvor waren es sechs, informiert das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat auf seiner Internetseite. 790 Millionen Euro stünden insgesamt zur Verfügung. Auf Sachsen-Anhalt entfallen ab 2020 Bundesmittel in Höhe von 45,5 Millionen Euro, ist auf der Internetseite des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt zu lesen. Neben „Lebendige Zentren“, dafür stehen 17,3 Millionen Euro vom Bund bereit, gibt es als weitere Programme „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ (11,5 Millionen Euro) und „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ (16,7 Millionen Euro). Die Finanzierung würden Bund, Land und Kommune jeweils zu einem Drittel übernehmen, in Ausnahmefällen könnte der Anteil der Kommunen aber weiter reduziert werden.

Mitte April sei die Stadt Klötze vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt darüber informiert worden, dass sie dem Programm „Lebendige Zentren“ zugeordnet wurde. Um den Verwaltungsaufwand für Bund, Land und Kommune zu reduzieren, sollten die beiden bisherigen Fördergebiete „An der Wasserfahrt/Am Hegefeld (Nord-Ost)“ und „Zentrum/Bahnhofsumfeld“ zusammengelegt werden. Um für eine bessere Unterscheidung zu sorgen, soll das neue, große Gebiet „Kernstadt Klötze“ heißen.

Und was wird durch das Programm „Lebendige Zentren" möglich? Auch dazu werden in den Sitzungsunterlagen Beispiele genannt. Im Programm steht unter anderem die „Sicherung und Sanierung erhaltenswerter Gebäude, historischer Ensembles oder sonstiger baulicher Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung“. Auch könnten diese Gebäude aus- und umgebaut beziehungsweise modernisiert oder instand gesetzt werden.

Alternative Formen der Mobilität finden

Ein weiterer Punkt, bei dem das Förderprogramm unterstützen soll, ist die Verbesserung der Mobilität in der Stadt. Wie können Wege für Fußgänger besser gestaltet werden? Wie lassen sich alternative Mobilitätsformen nutzen? Die Problematik des Leerstandes, etwa von Gewerbeflächen, wird ebenfalls berücksichtigt, die Versorgungsstrukttur soll gesichert werden. Nicht vergessen wird das Thema Klimaschutz, das eine wichtige Rolle spielen soll. Zum Beispiel durch energetische Gebäudesanierungen, den Einsatz klimaschonender Baustoffe oder die Schaffung von Grünflächen.

Konkrete Projekte, die man mit dem neuen Förderprogramm in Angriff nehmen möchte, hat man in der Klötzer Verwaltung noch nicht ins Auge gefasst. Das teilte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels im Gespräch mit der Volksstimme mit. Für das neue Gebiet müsse man sich neue Ideen überlegen.