Klötze l Martin von Tours ist jener berühmte Mann – und später heiliggesprochene Bischof –, der einst seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat. Und genau diese Szene wurde während der Andacht in einem Anspiel von Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Spatzennest dargestellt. So zeigten sie, dass erst Soldaten, später ein Ehepaar und dann auch Kinder während eines Laternenumzuges dem frierenden Bettler keine Beachtung schenken, dem sie auf ihrem Weg begegnen. Anders verhält sich Martin, der von seinem Pferd absteigt, sein Schwert zieht und damit seinen wärmenden roten Mantel teilt und eine Hälfte dem Bettler schenkt.

„Wenn wir teilen, wird uns warm ums Herz und wir spüren, dass wir nicht alleine sind“, beschrieb Gemeindepädagogin Christel Backs-Pacholik das Gefühl, das seinerzeit nicht nur Martin gehabt haben dürfte, sondern das jeder erfährt, der bereit ist, mit anderen zu teilen. „Dann spürt man, dass man nicht alleine ist“, verdeutlichte sie vor den zahlreichen Gästen. Waren diese gleich zu Beginn mit dem Lied „Einfach spitze, dass du da bist“ vom spontan gebildeten Chor der Kinderkirchen-Mitglieder begrüßt worden, teilten sie später mit den Darstellern, der Gemeindepädagogin, Pfarrer Michael Nolte und der Gemeinde Gesang, Gebet sowie symbolische Teile des Martinsmantels.

Danach fand das Martinsfest in der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) beim gemeinsamen Kaffeetrinken, dem Teilen von Martinshörnchen und kleinen Bastelarbeiten seine Fortsetzung – bis kurz nach Einbruch der Dunkelheit der heilige Martin auf einem Pferd geritten kam und den Laternenumzug zum Medina-Behindertenheim am Breitenfelder Weg anführte. Dort zeigten die Kinder aus dem Spatzennest zum Abschluss ihr kleines Theaterstück und wurden wie zuvor in der Kirche mit reichlich Applaus belohnt.