Gutshaus-Pläne

Mit den Leuten arbeiten, nicht gegen sie

Wird der Beetzendorfer Gutshauskomplex bald einen Swingertreff beherbergen? Der neue Eigentümer informiert.

Von Walter Mogk

Beetzendorf l Nein, ein genaues Konzept, was alles in dem frisch erworbenen Gutshauskomplex im Beetzendorfer Park geplant ist, haben Oliver Körtner und seine Lebensgefährtin Ramona Wild noch nicht. „Dafür war die Zeit einfach noch nicht da“, erklärt der Celler Finanzmakler. Man habe gerade erst den Kauf über die Bühne gebracht und noch nicht einmal die Schlüssel für alle Räumlichkeiten in den Gebäuden erhalten. „In manche konnten wir noch nicht einmal vorher reinschauen. Wer weiß, was uns da noch für Überraschungen erwarten“, meint Körtner.

Im Januar sei man von einem Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Gutshaus zum Verkauf steht. „Wir haben uns mit dem Bürgermeister in Verbindung gesetzt und uns das Objekt von außen zeigen lassen“, berichtet der 49-Jährige. Es habe ihnen sofort zugesagt. Bei der Abgabe ihres Angebots sei ihnen allerdings vom Land als Eigentümer der Immobilie offeriert worden, dass man mit zwei bis drei Jahren bis zur Kaufabwicklung rechnen müsse. „Dass es jetzt doch so schnell ging, hat uns selbst überrascht“, freut sich Oliver Körtner.

Fest steht: Dort, wo bis 2017 das Beverhotel Gäste empfing, soll wieder ein Hotel- und Gaststättenbetrieb eingerichtet werden. „Wir wollen den Saal wieder herrichten, der für Familienfeiern, Flohmärkte, Vereinszusammenkünfte oder auch regelmäßige Diskoabende genutzt werden kann“, erzählt Ramona Wild, die seit 20 Jahren im Hotelleriegewerbe tätig ist.

Auch für Seminare und kleine Messen könnten Räumlichkeiten geschaffen werden. „Wir denken auch an ein Schulungszentrum für Vereine und Verbände, wobei damit keinerlei politische Ausrichtung verbunden ist“, erklärt die 40-Jährige. Im Gutshaus, das das Paar sanieren möchte, könnten die sieben Wohnungen wieder hergerichtet und vermietet werden. Auch für sich selbst wolle man eine Bleibe einrichten.

Und was ist mit dem viel diskutierten Swingertreff? Darüber möchten die beiden Celler nicht spekulieren, schließen eine solche Einrichtung aber auch explizit nicht aus. „Das ist ja auch nichts Schlimmes“, lässt Oliver Körtner durchblicken, dass so eine Nutzung durchaus angedacht ist. Die ursprünglichen Pläne, im niedersächsischen Lichtenhorst ein Hotel mit Gaststätte zu übernehmen und dort einen Swingertreff zu etablieren, habe man inzwischen aufgegeben. „Wir wurden gelinkt. Für das Gebäude lag überhaupt keine Hotelgenehmigung vor. Da haben wir die Bauvoranfrage zurückgezogen. Ich arbeite nur sauber und seriös, alles muss Hand und Fuß haben“, stellt Körtner klar.

Auch in Beetzendorf wolle man von Anfang an offen auf die Bevölkerung zugehen. „Wir wollen mit den Leuten etwas machen, nicht gegen sie. Uns ist ein einvernehmliches Miteinander sehr wichtig“, betont der Celler. Für jegliche Wünsche habe man ein offenes Ohr. „Allerdings muss es sich auch rechnen. Ich brauche keine Gaststätte öffnen, in die dann niemand zum Essen kommt“, meint Körtner. Man habe schließlich auch Ausgaben für die Instandsetzung und Sanierung der Gebäude und die könne man nur schultern, wenn man auch Einnahmen generiere.

Das ausgefeilte Konzept werde frühestens in einem halben Jahr fertig sein und könne dann den Beetzendorfern durchaus öffentlich präsentiert werden. Bis all die Gebäude saniert und hergerichtet sind, werde es allerdings mindestens ein Jahr dauern. „Aber ich habe große Lust dazu. Das ist so ein schönes Herrenhaus, das muss man einfach erhalten“, schwärmt Oliver Körtner. Mit der Denkmalschutzbehörde habe er Kontakt aufgenommen und auch einen Handwerker beauftragt, das kaputte Dach zu reparieren.

Für alle anstehenden Arbeiten will das Paar auf Firmen aus der Region setzen. „Das ist uns wichtig“, betont Ramona Wild. Das Gleiche gelte für die Arbeitsplätze, die in dem Komplex in den nächsten Jahren geschaffen werden sollen. Körtner spricht von 40 bis 50 – angefangen vom Personal für Hotel und Gaststätte über Hausmeister und Reinigungskräfte. Auch die sollen vor Ort rekrutiert werden. „Wir wollen etwas für das Dorf und die Region schaffen. Uns gefällt es auf dem Land, ich wohne selber in einem 950-Einwohner-Ort bei Celle und könnte in einer Großstadt gar nicht leben.“