Immekath l Gebete und Gottesdienste. Genau dafür werden Kirchen gemeinhin genutzt. Doch das Gotteshaus in Immekath ist über diesen Status längst hinaus. Das altehrwürdige Gebäude hat sich in den vergangenen Jahren nämlich als „Kulturkirche Altmark“ einen Namen gemacht, und zwar vor allem durch den Musiksommer. Diese Veranstaltungsreihe entstand einst auf Initiative des Gemeindekirchenrates, der die Restauration der Kirchenorgel anschieben und den Wunsch der Bürger nach einem größeren kulturellen Angebot nachkommen wollte. Inzwischen ist die Reparatur der Orgel abgeschlossen und die Kirche hat sich als kultureller Standort längst etabliert. Doch natürlich wird der Musiksommer trotzdem fortgeführt. In diesem Jahr gibt es die vierte Auflage. Dabei, so kündigten Erika Schultze und Friedhelm Klopp vom Gemeindekirchenrat an, gibt es eine Besonderheit. So ist es nunmehr 150 Jahre her, dass August Heinrich Troch die Immekather Orgel erbaut hat. „Der diesjährige Musiksommer wird ganz im Zeichen des Orgel-Jubiläums stehen“, betont Klopp und weist schon mal auf das große Festkonzert am 29. Juli hin. Darüber hinaus bietet das Programm des Musiksommers neben klassischer Musik und A capella auch wieder Irish Folk und erstmals auch Jazz und Pop. Insgesamt sind fünf Konzerte geplant.

Sonntag, 6. Mai, 16 Uhr: Konzert für Orgel und Saxophon, Panflöte und Klarinette mit Matthias Böhlert und Jens Drebenstedt.

Matthias Böhlert wurde 1956 in Zeitz geboren, studierte von 1978 bis 1984 in Halle/ Saale an der heutigen Hochschule für Kirchenmusik, ist seit 1984 Kirchenmusiker in Sankt Katharinen in Salzwedel und Leiter der Kantorei Salzwedel. Er gab zahlreiche Orgelkonzerte im In- und Ausland, darunter in Polen, Liechtenstein, Russland, Japan, Australien, Südafrika, Namibia, Argentinien, USA, Kanada, Estland, Lettland und Weißrussland.

Jens Drebenstedt wurde 1970 in Salzwedel geboren. Er studierte Klarinette an der Hochschule für Musik in Weimar, erhielt 1995 sein künstlerisches und 1998 sein pädagogisches Diplom. Drebenstedt war in verschiedenen Orchestern als Klarinettist und Saxophonist sowie als Instrumentallehrer tätig. Heute ist er freischaffender Musiker und Pädagoge in Gifhorn und Lüchow-Dannenberg.

Gemeindefest im Sommer

Sonntag, 10. Juni, 16 Uhr: A Capella-Konzert mit All‘ Cantara.

Der Chor wurde 2006 gegründet. Die rund 20 Sängerinnen und Sänger stammen aus Oebisfelde und Umgebung sowie Niedersachsen. Musikalischer Leiter ist Oliver Wolf, der seine musikalischen Wurzeln im Dresdner Kreuzchor hat und auch Mitglied beim Music Project Altmark West (MPAW) ist. Unter dem Titel „Movie nights“ werden Stücke aus Film und Fernsehen präsentiert.

 

Sonntag, 29. Juli, 16 Uhr: Jubiläumskonzert auf der restaurierten Troch-Orgel mit dem Ehepaar Iris und Carsten Lenz aus Wiesbaden, Orgel für vier Hände und vier Füße.

Das Orgel-Duo Iris und Carsten Lenz gilt zur Zeit als eines der führenden Orgelduos in Europa. Die beiden Virtuosen haben bisher Konzerte – meist mit ausgefallenen Programmen und Orgelraritäten – im gesamten Bundesgebiet, in vielen Ländern Europas, in Russland und in vielen Großstädten in den USA gespielt - darunter unter anderem New York, Chicago, Philadelphia und San Antonio.

 

Sonntag, 19. August, 16 Uhr: Konzert Gitarre – Gesang mit Gianluca Calivá und Jana Pöche.

Das Duo aus Dresden scheut keine Stimmung und keine Klangfarbe, um die Tiefe seiner Musik mit all ihren Facetten in den Raum des Publikums zu tragen. Mit ihrem Gesang lässt Jana ihre Zuhörer die Seele der Stimme spüren, die von Gianlucas Gitarrenklängen behutsam getragen und eingebettet wird. Dabei ist es für die beiden Musiker von großer Bedeutung, ihre emotionalen und dynamischen Grenzen auszuschöpfen. Gemeinsam arrangieren und interpretieren Jana und Gianluca, der in Salzwedel aufgewachsen ist, bekannte und weniger bekannte Stücke aus Pop und Jazz.

 

Sonntag, 9. September, 16 Uhr: Konzert mit den Greenhorns aus Halle, Irish-Folk.

Mit ihren Irish-Folk-und-Pub-Songs erreichen die Greenhorns die Ohren, Herzen und Seelen der Menschen und machen einen Abend mit ihnen zu einem Irish-Folk-Erlebnis. Ob Balladen, Gassenhauer oder Eigenkompositionen – das Live-Programm lässt mit viel Charme und Witz kein Auge trocken, keinen Hintern still sitzen und keine Stimmbänder ungeschwungen.

Der Eintritt zu den Konzerten kostet jeweils zwölf, ermäßigt acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Gasthof Zu den Linden, Dorfplatz 2, in Immekath; beim Heizungsservice Klaus Göring, Lange Straße 48, in Oebisfelde; beim Elektromeister Georg Wernicke, Wilhelmstraße 6, in Mieste und bei der Altmark Quelle, Klötzer Straße 29, in Kusey.

Übrigens, nicht nur die Immekather Kirchenorgel feiert 2018 einen runden Geburtstag, sondern auch die Kirche selbst. So wurde mit deren Bau anno 1858, also vor 160 Jahren, begonnen, wie Erika Schultze und Friedhelm Klopp informieren. Dazu soll es wahrscheinlich am 2. Juni ein Gemeindefest geben.