Klötze l Die Algenfarmer von Roquette in Klötze betreten wieder einmal Neuland. Deren Geschäftsführer Jörg Ullmann veröffentlichte eine Broschüre, die sich mit der Qualität von Algen, Grenzwerten für Inhaltsstoffe und anderen Angaben befasst. Diese Werte flossen in ein Standardwerk zur Lebensmittelhygiene ein, das der Behr‘s Fachverlag Ende April herausgab. „Bisher fehlte das Algen-Kapitel in dem Buch“, erläutert Jörg Ullmann. Verlagsmitarbeiter seien deshalb Ende 2015 auf ihn zugekommen und hätten gefragt, ob er dieses Kapitel schreiben möchte. „Allgemeingültige Standards zum Thema Algen habe ich schon immer vermisst“, sagt Jörg Ullmann im Gespräch mit der Volksstimme. Deshalb war es für ihn keine Frage: Er sagte zu, das fehlende Kapitel zu schreiben.

„Dieses Buch ist nun das erste weltweit, das sich mit dieser Thematik befasst“, freut sich der Mitautor. „Da haben wir Klötzer wieder Pionierarbeit geleistet.“

Interessant ist nun aber auch, dass derzeit auf europäischer Ebene ebenfalls für Algen Standards entwickelt werden sollen, informiert der Klötzer Experte. Er engagiert sich bereits für das Deutsche Institut für Normung, besser bekannt als DIN. Hier werden die Standards auf Landesebene festgelegt. „Die Länderinstitute entsenden dann Experten, die in Gremien wie dem CEN mitarbeiten“, erläutert Ullmann. Mitte Juli besuchte der Klötzer wieder ein Meeting des DIN in Berlin. „Dort bin ich offiziell zum Mitglied der Arbeitsgruppe ernannt worden, die bei CEN mitarbeiten wird“, berichtet Ullmann.

Arbeit für vier Jahre angelegt

Für vier Jahre ist die Arbeit an den Algen-Standards für Europa vorerst angelegt. Dabei geht es beispielsweise um das Festschreiben von Definitionen, Begriffen, die Einordnung in bestimmte Systeme (Taxonomien), den Anbau von Algen, Produktionsmethoden, Testmethoden und anderes mehr.

„Für alle Themen gibt es Arbeitsgruppen“, erklärt Jörg Ullmann. „Da die Mitglieder nicht überall mitarbeiten können, sucht sich jeder ein oder zwei der Arbeitsgruppen aus.“

Geld bekommt er dafür nicht. Das sei eine Fleißarbeit für zuhause, sagt der Klötzer. Doch das stimmt nicht ganz. Denn zwei bis drei Mal pro Jahr fährt Jörg Ullmann zu Gruppentreffen in Deutschland und auf EU-Ebene. – Damit künftig klar ist, wie wir in Europa mit Algen umgehen müssen.