Klötze l Es gibt keine Tafel, kein Pausenklingeln und keine Lehrkraft, die vor den Schülern steht. Der Unterricht am heimischen Schreibtisch läuft eben anders ab als im Klassenraum. Fragen zum Stoff können der Lehrerin oder dem Lehrer am Telefon, per E-Mail oder im Videochat gestellt werden. Der Unterricht von zu Hause aus ist eine Folge der Corona-Pandemie.

Wird für die Klötzer Sekundarschüler nach den Weihnachtsferien Distanzunterricht auf dem Programm stehen? Rückblick: Bereits kurz vor den Ferien wurde mit Beginn des deutschlandweiten harten Lockdowns die Präsenzpflicht für die Jahrgänge eins bis sechs in Sachsen-Anhalt aufgehoben. Die Jahrgänge sieben bis 13 wechselten in den Distanzunterricht. Am 5. Januar wollen die Bundeskanzlerin und die Länderchefs darüber beraten, wie es nach dem Ende des Lockdowns weitergehen soll. Wie der Unterricht nach den Ferien aussehen wird, ist noch nicht klar. Wie auf der Internetseite des Landes-Bildungsministeriums zu lesen ist, könnten etwa die allgemein- und berufsbildenden Schulen am 11. Januar im eingeschränkten Regelbetrieb starten. Dabei würden Gruppen im täglichen Wechsel unterrichtet, wie es weiter heißt. Am 7. Januar wolle man die Schulen über die Verfahrensweise informieren.

Kommunikation mit dem Handy und per E-Mail

Momentan würde die Sekundarschule die EMU-Cloud (Einsatz digitaler Medien im Unterricht) auf dem Bildungsserver des Landes Sachsen-Anhalt nutzen, um den Schülern die Aufgaben für den Unterricht daheim zugänglich zu machen. „Dort können wir alle Dateien hochladen“, erklärte Schulleiterin Iris Jokisch im Gespräch mit der Volksstimme.

Außerdem könnten die Schüler dort die E-Mail-Adressen ihrer Lehrer finden, falls sie Kontakt aufnehmen möchten. Diese Möglichkeit werde genutzt. So sei sie selbst einmal von einem Schüler darauf hingewiesen worden, dass in einer Aufgabe eine falsche Seitenzahl für das Lehrbuch angegeben sei. Das Missverständnis konnte geklärt werden. Per Handynachrichten habe der Schüler dann seine Klassenkameraden anschließend über die richtige Seitenzahl informiert. In einer großen Gruppe sei eben eine andere Kommunikation möglich.

2021 sollen neue Wege im Bereich des Distanzunterrichts an der Klötzer Sekundarschule beschritten werden. Die Smartphones der Schüler sollen dabei eine wichtige Rolle spielen, wie Iris Jokisch ankündigte. Geplant sei, einen Probelauf mit der App Schulmanager zu starten. Erste Eindrücke im Umgang mit der App habe sie bereits in Salzwedel erhalten, wie es hieß. Zugriff auf die Dateien und Funktionen hätten sowohl die Schüler als auch die Lehrer. Möglich sei eine direkte Kommunikation in einer Art Einbahnstraße, ohne dass die ganze Gruppe daran beteiligt ist. „Über das Smartphone ist es einfacher“, schätzte Iris Jokisch. Die Kinder und Jugendlichen seien im Umgang mit den mobilen Geräten geübt. Für die Schüler, die zu Hause eine schlechte Internetverbindung haben, sei die Arbeit mit dem Smartphone eine Alternative zur Arbeit am Computer.

Weitere Firmen wollen beim Drucken helfen

Ein Vorteil der App sei, dass sämtliche Datenformate hochgeladen werden könnten. Es sei eine Art Baukasten mit verschiedenen Funktionen. Führen könnten die Lehrkräfte zum Beispiel ein digitales Klassenbuch und Notenheft. Man habe eine Menge vor, machte Iris Jokisch neugierig.

Ganz ohne Papier funktioniert das Lernen außerhalb der Schule aber noch nicht. Unter anderem müssen Aufgabenblätter ausgedruckt werden. Um den Klötzer Sekundarschülern das Lernen daheim zu erleichtern, hat eine engagierte Mutter sich Gedanken gemacht. Sie will erreichen, dass für die Kinder und Jugendlichen möglichst in ihren Wohnorten oder ganz in der Nähe Druckerstationen zur Verfügung stehen, wo die Schüler ihre Aufgaben ausdrucken können. Denn entsprechende Technik ist nicht in jedem Haushalt vorhanden. Erste Firmen wollen bereits mitmachen. In den Tagen vor Weihnachten sind weitere hinzugekommen. In der Klötzer Sekundarschule kommt die Idee sehr gut an. Von Schulleiterin Iris Jokisch gab es Lob für das Projekt.