Lockstedt/Kunrau l Noch gut fünf Wochen dauert es, dann brennen sie wieder in vielen Dörfern der Einheitsgemeinde Stadt Klötze: die Osterfeuer. Diese haben eine lange Tradition und gehören für viele einfach zu den Festtagen dazu. Schon jetzt werfen die gemütlich prasselnden Feuer in manchen Orten ihre Schatten voraus – und sorgen nicht selten für aufgeheizte Stimmung.

Denn zum Thema Osterfeuer wird nicht nur Positives berichtet, wie sich etwa in der jüngsten Sitzung des Neuendorfer Ortschaftsrates zeigte. Gesprächsthema war dabei der Osterfeuerplatz in Lockstedt. Während der Einwohnerfragestunde meldete sich Stephan Gerike, der auch stellvertretender Wehrleiter in Lockstedt ist, zu Wort. Das Osterfeuer bereite ihm Sorgen, es müsse dringend etwas passieren, teilte er den Ortsräten mit. Denn auf dem Platz, dieser befindet sich außerhalb des Dorfes hinter dem Ortsausgang in Richtung Klötze, liege neben Baumschnitt jetzt auch schon wieder Bauschutt und anderer Müll. Auf dem Schild an der Zufahrt ist zu lesen, dass das Abladen verboten ist.

Alternative vorgeschlagen

Schaut man sich den Haufen an, wird schnell klar, dass dort Dinge liegen, die eigentlich auf anderem Weg entsorgt werden müssen. Zwischen den unzähligen Ästen von Laub- und Nadelbäumen liegen unter anderem Tapetenrollen, Kartons, eine Einkaufstüte aus Plastik und ein Blumenkübel aus Ton. Das sind Beispiele dafür, was mit bloßem Auge zu erkennen ist. Was mag wohl unter dem Gehölz liegen?

„Ich habe auch schon Leute gestoppt“, sagte Gerike. Er ergänzte: „Ich möchte, dass dort dringend etwas passiert.“ Entweder, so schlug er vor, müsse ein Zaun um den Platz gezogen werden oder man mache dort gleich ganz Schluss mit den traditionellen Feuern. Einen alternativen Standort hatte er jedenfalls schon parat und schlug der Runde vor, das Feuer in den Bereich an den Klärteichen zu verlegen. Die Straße, die zu der Fläche führe, könne mit Pollern abgesperrt werden, so könne niemand mehr mit dem Auto ungehindert heranfahren, um Müll und Schutt abzuladen. Aus der Runde gab es allerdings kritische Meinungen dazu. Durch den Westwind würden Funken und Rauch von dort aus in den Ort wehen. Und wem gehört die Fläche?

Verstöße melden

Eine Einfriedung samt Tor, für das bei Bedarf der Schlüssel herausgegeben wird, könnte eine Möglichkeit sein, dem Problem zu begegnen. „So wird es auch in Neuendorf gemacht“, wusste Ortsbürgermeisterin Domenica Borm. Dort gebe es nicht so viele Probleme mit Unrat, sagte sie. Anders sei es hingegen in Siedentramm, das ebenfalls zur Ortschaft gehört. Dort liege der Osterfeuerplatz ebenfalls außerhalb des Dorfes. „Wir müssen das rechtlich abstimmen“, zog Domenica Borm einen Strich unter das Thema. Ist es möglich, einen Zaun um den Lockstedter Osterfeuerplatz zu ziehen oder kann ein anderer Standort gefunden werden? Nun müsse man schauen, wie das in der Klötzer Stadtverwaltung geregelt werden kann, so Borm.

Ein Tor versperrt auch die Zufahrt zum Osterfeuerplatz in Kunrau. Einen Schlüssel für das Schloss hätten nur die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft und er selbst, sagte Ortsbürgermeister Uwe Bock während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Er kündigte an, dass das Tor ab dieser Woche wieder freitags und sonnabends geöffnet werde, damit Baumschnitt abgeladen werden kann. Es solle aber nur das hingebracht werden, was dort auch hingehöre. Dazu zähle kein Unrat, machte Bock deutlich, sondern beispielsweise Äste von Bäumen. Rasen gehöre in die Biotonne, die viele Kunrauer schon bestellt hätten, stellte er klar. Es sei auch schon vorgekommen, dass Rasenschnitt und Bauschutt im Drömling entsorgt wurden. „Wer dabei erwischt wird, für den wird es teuer“, sagte Bock.

Er ermunterte alle, die so etwas beobachten, dazu, die Vorfälle zu melden. „Wir müssen da Ordnung reinbekommen“, sagte Bock. Er erinnerte daran, dass es die Möglichkeit gibt, vieles über den Müll zu entsorgen, auch Bauschutt könne an verschiedenen Stellen abgegeben werden.