Drömling l Hellbraun ist es. Die großen Kulleraugen stechen hervor, der Gang ist aufrecht. Ganz dicht schmiegt es sich an die Mama, unternimmt aber auch schon kurze Alleingänge. Ein süßes Fohlen ist die neueste Attraktion auf der halboffenen Weidelandschaft Jahrstedt-Steimke, die Anfang Mai 2019 eingerichtet wurde. Eigentümer der 20 Hektar großen Fläche ist der Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling/Sachsen-Anhalt, der das Areal an Henning Flegel, einen Landwirt aus Zicherie (Niedersachsen), verpachtet hat.

Hengst muss Platz machen

Als Modellprojekt für alternative Landnutzung war die Weidelandschaft in die Leader-Förderung aufgenommen worden. Gelder kamen außerdem aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds und vom Land Sachsen-Anhalt. Auf der Fläche befinden sich je zwei Tränken und Unterstände, ringsum verläuft ein Zaun. Davor sind zwei Info-Tafeln für Besucher aufgestellt.

Hauptdarsteller der Szenerie sind mehrere Huzule. Dabei handelt es sich um eine Ponyrasse aus den Karpaten, die bestens geeignet ist, um ganzjährig im Drömling klarzukommen. Nur den Winter über wird Heu zugefüttert. Ansonsten reicht ihnen das vorhandene Nahrungsangebot völlig aus. „Sie sind robust und anspruchslos“, sagt Flegel, der extra sieben Exemplare von einem slowakischen Gestüt erworben hatte. Unter den Neuerwerbungen befand sich neben sechs Stuten auch ein Hengst, der schon 24 Jahre auf dem Buckel hat und im Drömling nur noch einige ruhige Jahre verbringen sollte. Doch das genügte ihm offenbar nicht. Ergebnis seiner Manneskraft ist das Fohlen, das nicht alleine bleiben wird. „Zwei Stuten sind definitiv noch tragend“, weiß Flegel.

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Name gesucht

Alle Fohlen werden einen Namen bekommen, wobei sich die Anfangsbuchstaben aus dem Zuchtbuch ergeben. Zuvor werden noch Haarproben entnommen, um anhand der DNA die Identität der Eltern festzustellen. Nicht wissend, ob es der alte Hengst „noch packen würde“, wie es Susanne Steckel vom Zweckverband charmant umschreibt, hatte sich Flegel längst nach einem jüngeren Samenspender umgesehen. Die Suche dauert weiter an. Ist diese von Erfolg gekrönt, dann wird der jetzige Hengst Platz machen müssen. Ebenso wie das Hengstfohlen, das verkauft werden soll. Sollte es Stutfohlen geben, dann werden diese dem weiteren Aufbau der Herde dienen. Maximal dürfen auf der Fläche zehn Tiere gehalten werden, erklärt Flegel.

Durch ihr Fraßverhalten soll ein Mosaik aus unterschiedlichen Vegetationsstrukturen entstehen, fügt Susanne Steckel hinzu. Ob dem so ist, soll mittelfristig über ein Monitoring geklärt werden. Dem niedlichen Fohlen ist das alles egal. Es freut sich seines Lebens und genießt den Aufenthalt im wunderschönen Drömling.