Buchhorst/Röwitz/Kusey/Klötze l Seit 2008 veranstaltet die „Auto Bild Klassik“ die Rallye Hamburg-Berlin-Klassik (HBK). In diesem Jahr gab es also die zehnte Ausgabe. Und wie schon vor zwei Jahren, als in Böckwitz ein Kontrollpunkt eingerichtet war, passierte das Fahrerfeld auch dieses Mal die Altmark. Entlang der Strecke standen oder saßen zahlreiche Interessenten, um die wunderschönen Automobile aus der Nahdistanz in Augenschein zu nehmen. Die Etappe wurde um 9 Uhr in Wolfsburg gestartet. Um 9.23 Uhr erreichte der Tross dann Buchhorst. Dort, „in der heimlichen Hauptstadt des Drömlings“, wie es hieß, hatten sich knapp 20 Menschen versammelt, um den Vorbeikommenden einen herzlichen Empfang zu bereiten. In Anbetracht der vielen historischen Fahrzeuge wollte sich auch Klaus Gerike von den Oldtimerfreunden Oebisfelde und Umgebung nicht lumpen lassen und stellte seinen Mercedes, Baujahr 1960, gut sichtbar in die Ortsmitte. Gleich dahinter parkte Helmut Schultze einen nicht minder hübschen Trabant, Baujahr 1977.

Reisen statt rasen

Wesentlich älter war der Pkw, den die Buchhorster als Erstes bejubeln konnten, nämlich einen Bentley aus dem Jahr 1929. Weitere 180 Schmuckstücke folgten, darunter zum Beispiel ein Mazda Cosmo von 1968 – das erste Auto mit Zwei-scheibenwankelmotor. Oder ein Melkus RS 1000 von 1985, ein Kunststoff-Flügeltürer mit Seltenheitswert, der auf Basis des Wartburg 353 entwickelt und nur 101 Mal gebaut wurde.

Zu den Teilnehmern gehörten auch einige Prominente wie etwa Eiskunstlauf-Legende Katarina Witt, die Rennfahrer Leopold Prinz von Bayern, Christian Geistdörfer, Isolde Holderied, Matthias Kahle und Ellen Lohr sowie die Schauspieler Ralf Moeller, Richy Müller, Siegfried Rauch und Katharina Schubert.

750 Kilometer

Das Motto der diesjährigen HBK lautet „Reisen statt Rasen“. Es geht also nicht um hohe Geschwindigkeiten, sondern um das perfekte Zusammenspiel zwischen Fahrer, Beifahrer und Fahrzeug. Wer bei den Wertungsprüfungen das meiste Geschick beweist, gewinnt.

Nachdem das Fahrerfeld Buchhorst hinter sich gelassen hatte, kam es nach Röwitz. Auch hier warteten bereits zahlreiche Neugierige, unter ihnen Carsten Langreder und Holger Janssen aus Wolfsburg, die es sich vor ihrem Chrysler, Baujahr 1966, bequem machten. Die beiden Männer, die bei Volkswagen arbeiten, hatten sich extra Urlaub genommen, um die HBK verfolgen zu können. „Wir haben Benzin im Blut. So was lassen wir uns nicht entgehen“, sagten Langreder und Janssen, die viele Fahrzeuge schon am Geräusch erkannten.

Genauso wie ein paar Meter weiter die Oldtimer-Fans Achim und Andreas Grabow aus Kunrau sowie Gerhard und Renate Brüggemann aus Neuferchau. Für alle war die HBK ein tolles Erlebnis. Stellenweise, so auch später in Kusey, machten es sich die Zuschauer an eigens aufgestellten Tischen und mit einer Flasche Sekt gemütlich.

Auch in Klötze war die Begeisterung groß. Hier mussten die Rallye-Fahrer besonders aufmerksam sein, weil viele Lkw und Mähdrescher die Straße verstopften. Die Bahnhofstraße geriet wegen eines Abschleppers zum Engpass.

Nach knapp 750 Kilometern wird die HBK heute Nachmittag in Hamburg enden.

Mehr Bilder von der Rallye gibt es auf Seite 20.