Unzufrieden

Stadträte kritisieren erneut die Klötzer Stadtverwaltung und sehen keine Entwicklung mehr

Offen wurde während der Sitzung des Stadtrates Kritik an der Klötzer Verwaltung geübt. Bemängelt wurde von den Grundschulen, der Feuerwehr und Einwohnern zum Beispiel, dass die Kommunikation nicht klappe. Nun sei es an der Zeit, Veränderungen herbeizuführen, regte Jörg Kägebein von der SPD-Fraktion an.

Von Tobias Roitsch
Geht es mit der Stadt Klötze bergab wie mit dem Rathaus auf diesem Foto? Diese Vermutung wurde während der Sitzung des Stadtrates geäußert.
Geht es mit der Stadt Klötze bergab wie mit dem Rathaus auf diesem Foto? Diese Vermutung wurde während der Sitzung des Stadtrates geäußert. Foto: Tobias Roitsch

Neuferchau/Klötze - Lang dauerte die Einwohnerfragestunde während der jüngsten Sitzung des Klötzer Stadtrates. Kein Wunder, schließlich hatten die Redner viel zu erzählen. Nicht gespart wurde bei den Wortmeldungen mit Kritik an der Klötzer Stadtverwaltung, die sich wie ein roter Faden durch die angesprochenen Themen zog.

Und die waren vielfältig: Die kommissarische Leiterin der Kuseyer Grundschule, Sandra Trikaliotis, sprach auch stellvertretend für ihre beiden Kolleginnen aus den Grundschulen in Klötze und Kunrau über das offenbar angespannte Verhältnis der drei Bildungseinrichtungen zur Stadt. Diese ist Träger der Grundschulen in der Einheitsgemeinde. Die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit der Stadt laufe nicht so, wie man sich das vorstelle, fand Sandra Trikaliotis deutliche Worte. Kein Blatt vor den Mund nahm ebenfalls Matthias Veit als Leiter der Klötzer Ortsfeuerwehr. Der Umgang mit Funktionsträgern in der Stadt sei miserabel, lautete sein Urteil. In der Wortmeldung der Kraftsportler des VfB Klötze klang das Bedauern darüber durch, dass noch nicht mit einem lange geplanten Anbau für die Zinnberghalle begonnen wurde. Die Sportler wünschen sich mehr Platz zum Trainieren. Einwohner zeigten sich nicht einverstanden damit, dass das Klötzer Waldbad noch nicht geöffnet ist.

Bezogen auf die Aussagen, scheint die Stimmung in der Stadt Klötze nicht gut zu sein. Als stellvertretender Einheitsgemeinde-Bürgermeister musste Matthias Reps während der Zusammenkunft Rede und Antwort stehen – und auch persönliche Kritik aushalten. Die Vorwürfe, die beispielsweise aus den Grundschulen erhoben wurden, seien eklatant, fand der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Kleine. Der Umgang mit den Schulleitungen und gewählten Volksvertretern sei beschämend und inakzeptabel, so Kleine. An Matthias Reps gerichtet, sagte er, dass sich dessen Umgangsformen ändern müssten. Dafür gab es lautes Klopfen aus der Runde.

Es sei nun an der Zeit, Veränderungen herbeizuführen, ging Jörg Kägebein (SPD) schließlich noch einen Schritt weiter. Die Stadträte dürften sich nicht länger gefallen lassen, wie man mit ihnen umgehe. Er selbst habe Matthias Reps als stellvertretenden Bürgermeister nicht das Vertrauen gegeben, erinnerte Jörg Kägebein. „Vertrauen muss man sich erarbeiten. Das dauert eine Weile“, so Kägebein. Die Bürger hätten während der jüngsten Stadtratssitzung deutlich gemacht, dass es Probleme gibt.

Erst Stillstand, dann geht es bergab

Vor einem Jahr habe er noch gesagt, dass es in der Stadt Klötze einen Stillstand gebe, so Kägebein. „Heute geht es bergab“, lautete seine aktuelle Einschätzung. Der Stadtrat sei der oberste Dienstherr und es sei Aufgabe des Gremiums, für Veränderungen zu sorgen. Die Mitglieder des Gremiums könnten sich den Umgang nicht länger gefallen lassen und auch nicht, dass keine Fakten genannt würden. „Das funktioniert so nicht“, sagte Jörg Kägebein. Er schlug vor, im nichtöffentlichen Teil der Sitzung weiter über das Vorgehen zu beraten. Für seine Ausführungen erhielt das Stadtratsmitglied lauten Beifall.

Während der Sitzung äußerte Matthias Reps sich im öffentlichen Teil nicht zu den deutlichen Worten. Ob er denn zu der von Jörg Kägebein erhobenen Kritik an der Arbeit der Verwaltung und an seiner Person Stellung beziehen möchte, fragte die Volksstimme Matthias Reps. „Ich möchte mich für den beherzten Einsatz des Herrn Kägebein bedanken, der Verwaltungsleitung der Stadt Klötze Optimierungsvorschläge aufzuzeigen, um uns künftig besser aufgestellt zu wissen“, teilte der stellvertretende Bürgermeister schriftlich mit und ergänzte: „Denn für konstruktive Kritik, die Alternativen aufzeigt und um sachdienliche eigene Vorschläge zur Verbesserung bemüht und im Kern respektvoll und förderlich ist, wäre die Stadt Klötze selbstverständlich jederzeit offen und für alles gesprächsbereit.“