Klötze l Angesichts der aktuellen Haushaltslage in der Einheitsgemeinde Klötze sorgt der Kauf eines neuen iPhones für Hauptamtsleiter Matthias Reps für Kopfschütteln. Denn nach Volksstimme-Informationen klafft im diesjährigen Stadthaushalt ein Defizit von rund 600 000 Euro. Das Thema Finanzen steht allerdings während der morgigen ersten Sitzung des Stadtrates im neuen Jahr zwar nicht auf der Tagesordnung, aber dafür das Thema iPhone-Kauf für Matthias Reps. Wie die Volksstimme auf Nachfrage erfuhr, wollen zwei Fraktionen dazu morgen im Ratssaal eine offizielle Anfrage zur Anschaffung des Handys an Bürgermeister Uwe Bartels und Hauptamtsleiter Matthias Reps stellen.

Fraktionschefs halten sich noch bedeckt

Im Vorfeld des Stadtrates halten sich einige Fraktionsvorsitzende zu diesem Thema noch bedeckt. Der stellvertretende Fraktionschef der Linken, Stefan Todte, wollte sich zu dem Thema nicht äußern, weil ihm die Anschaffung bis gestern nicht bekannt war.

Marco Wille, Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) im Stadtrat, findet es nicht außergewöhnlich, dass ein Hauptamtsleiter ein Diensthandy besitzt, auch, dass es ein iPhone ist, nicht. Dennoch müssten die Kosten im Auge behalten werden. Marco Wille will sich deshalb über den Sachverhalt informieren und den Kauf einer Prüfung unterziehen.

SPD-Fraktionschef Alexander Kleine möchte sich zum Handykauf vonseiten der Stadtverwaltung erst aufklären lassen, warum es zu dieser teuren Anschaffung gekommen ist. Erst wenn er genügend Informationen zu dem Fall aus dem Rathaus bekommen hat, will sich der SPD-Fraktionschef im Stadtrat zu der Anschaffung äußern.

In anderen Kommunen des Altmarkkreises ist die Anzahl der Diensthandys klar geregelt und auch sehr überschaubar. In der Einheitsgemeinde Kalbe werden Diensthandys nach Auskunft von Bürgermeister Karsten Ruth für den Bauhofleiter, den städtischen Bereitschaftsdienst und für den Bürgermeister auf Stadtkosten zur Verfügung gestellt.

Mandy Schumacher besitzt kein Diensthandy

„Modernstes Gerät wie ein iPhone sind optische oder Statussymbolerwägungen, die bei der Anschaffung weitestgehend bedeutungslos sind. Es kommt auf Kompatibilität und Praktikabilität an. Ziel ist die Absicherung der ständigen Erreichbarkeit“, betonte der Kalbenser Bürgermeister.

In Gardelegen besitzt Bürgermeisterin Mandy Schumacher nach eigener Auskunft kein Diensthandy. Sie nutzt, wie auch die Sachgebietsleiter im Rathaus der Hansestadt, ihr privates Mobiltelefon und führt damit auch dienstliche Gespräche. „In der Gardelegener Stadtverwaltung sind drei Diensthandys vorhanden: zwei für die beiden Vollstreckungsbeamten, damit sie nicht mit ihrem privaten Handy telefonieren müssen, und ein Mobiltelefon für den grünen Bereich“, informierte Mandy Schumacher auf Nachfrage.

Aus dem Klötzer Rathaus gab es trotz einer schriftlichen Anfrage der Volksstimme bis gestern Abend keine Antwort auf Fragen zum iPhone-Kauf. Antworten dazu müssen Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels und Hauptamtsleiter Matthias Reps aber offenbar morgen auf die Anfragen der Fraktionen im Stadtrat geben.