Poppau l Das Verschneiden oder gar das Fällen von Bäumen sind stets heikle Themen in den Gemeinden. Viele Bürger sehen es nicht gerne, wenn alte Bäume plötzlich der Säge zum Opfer fallen oder so eingekürzt werden, dass manchmal nicht viel mehr als der Stamm übrig bleibt. Die Kommunen allerdings haben die sogenannte Verkehrssicherungspflicht und müssen dafür Sorge tragen, dass nicht etwa Passanten oder Autofahrer durch herabfallende Äste eines nicht mehr gesunden Baumes geschädigt werden.

In der Gemeinde Beetzendorf werden deshalb seit einiger Zeit die Bürger vermehrt mit einbezogen, wenn es um mögliche Baumfällungen geht, um Konflikte zu entschärfen. So ist es im Beetzendorfer Park geschehen und so hatte es Interessenvertreter Helmut Fehse während der jüngsten Bauausschuss-Sitzung auch für Poppau gefordert. Auch dort sollten im Park bis zu 20 Eichen, in deren Kronen es viel Totholz gibt, verschnitten und einige sogar gefällt werden (Volksstimme berichtete).

Begehung mit Bürgern bringt Einigung

Am Donnerstagvormittag trafen sich Bürgermeister Lothar Köppe, Bauausschuss-Vorsitzender Jürgen Friedrichs, Helmut Fehse und einige Poppauer in der kleinen Anlage, um den Zustand der Baumriesen zu begutachten. Während die meisten Eichen noch belaubt waren und lediglich einige tote Äste aufwiesen, waren einige wenige gänzlich ohne Blätter. „Sie sind abgestorben und könnten zur Gefahr werden“, erläuterte Friedrichs.

Die Anwesenden einigten sich auf drei Bäume, die gefällt werden sollen. Die ausgewählten Eichen sind nicht nur tot, sondern stehen auch dicht an noch lebenden Exemplaren. „Mit der Entnahme geben wir den anderen Bäumen auch wieder etwas mehr Luft“, meinte der Bauausschuss-Vorsitzende, der selbst im Forstbereich tätig ist.

Neupflanzung auf der Freifläche geplant

Mit den Arbeiten soll eine Fachfirma beauftragt werden, um die notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Mithilfe eines Steigers werden zudem die Kronen der übrigen Bäume von Totholz befreit. „Ziel ist es, zu gewährleisten, dass niemandem beim Gang durch den Park ein Ast auf den Kopf fällt“, erklärte Lothar Köppe.

Wer Bäume entnimmt, muss allerdings auch wieder welche pflanzen. Und so soll es auch in Poppau geschehen. „Wir wollen den Park in seinem Charakter erhalten“, betonte der Bürgermeister. Deshalb soll die Ersatzpflanzung möglichst auch dort erfolgen. In den Bestand selbst werden allerdings keine neuen Bäume gesetzt, da die vorhandenen schon relativ dicht stehen. Aber die freie Fläche zur Straße hin fiel den Anwesenden als möglicher Pflanzort auf. Drei Eichen sollen auf dem Areal in die Erde kommen.

Einmal vor Ort machten sich die Teilnehmer der Besprechung auch noch in Richtung Friedhof auf. Auch hier gibt es einige Kiefern, die abgestorben sind und teilweise umzustürzen drohen. Ein Exemplar befindet sich bereits in gefährlicher Schieflage und wird nur noch von dem Ast eines anderen Baumes davon abgehalten, auf den Klötzer Weg zu stürzen. „Hier müssen wir ebenfalls ran, um die Gefährdungen zu beseitigen“, erklärte Lothar Köppe.

Der Poppauer Ulrich Adloff wies zudem auf den unschönen Anblick der Fläche vor dem Friedhofseingang hin, wo noch die Reste der letzten Baumpflegearbeiten wild herumliegen. Auch hier soll möglichst bald aufgeräumt werden.