Klötze l Nachdem einige Minuten lang reichlich Wasser aus drei Feuerwehrschläuchen auf den großen, rostig-braunen Gas-Tank hernieder geregnet war, bestand offenbar keine Gefahr mehr. Das Kühlen mit dem Wasser war erfolgreich, die Übung beendet. Was nun folgte, war eine Abkühlung für die zahlreichen Zuschauer, die sehr interessiert den simulierten Einsatz verfolgt hatten, den die Mitglieder der Klötzer Jugendwehr absolvierten. Denn die Kinder und Jugendlichen machten sich einen Spaß und ließen das Wasser nun auf ihre Eltern, Großeltern und Geschwister regnen. Keine schlechte Idee. Schließlich zeigte das Thermometer am Sonnabendvormittag, als die Schau-Übung auf dem Ausbildungsgelände der Feuerwehren zwischen Klötze und Immekath stattfand, sommerliche Temperaturen an.

Bei dem Termin unter freiem Himmel wollten die Mitglieder der Klötzer Jugendfeuerwehr ihren Familien mal zeigen, was sie schon alles gelernt haben. Es war die erste Veranstaltung dieser Art, seitdem es wieder eine Jugendwehr in Klötze gibt. Im August 2017 ist die Gruppe gestartet, berichtete Jugendwart Tim Wesemeyer. Aktuell gehören ihr 15 Mitglieder im Alter von zehn bis 16 Jahren an. Alle kommen aus Klötze, fünf Mädchen sind darunter, wie es hieß.

Alle drei Wochen finden Treffen statt, neue Gesichter seien immer gern gesehen. Interessierte Kinder und Jugendliche könnten beim nächsten Termin am Sonnabend, 17. August, in der Zeit von 9.30 bis 11.30 Uhr gern im Klötzer Feuerwehrgerätehaus vorbeischauen, wurde mitgeteilt.

„Wir wollen heute mal zeigen, wer in der Wehrleitung ist“, nannte Klötzes Orts- und Stadtwehrleiter Matthias Veit ein weiteres Ziel des Vormittags. Die Eltern der Jugendlichen und die Verantwortlichen der Feuerwehr sollten sich in gemütlicher Runde kennenlernen und erfahren, wer der jeweilige Ansprechpartner ist. Dafür wurde der Grill angeheizt.

Eltern müssen Schuhe kaufen

Außerdem, so sagte Veit weiter, sollte ein wenig an das Bewusstsein der Eltern appelliert werden. Denn von nur drei Kindern aus der Gruppe seien die Eltern selbst bei der Feuerwehr aktiv. Nun sollten sich die Erwachsenen fragen, ob sie sich nicht auch ehrenamtlich engagieren wollen, wie es hieß.

Bei der Begrüßung der Gäste erinnerte Matthias Veit daran, dass es bei der Feuerwehr Disziplin geben müsse. Außerdem müssten sich die Mitglieder den anderen in der Gruppe gegenüber fair verhalten. Diesbezüglich, so seine Bitte, sollten die Kinder und Jugendlichen noch einmal ins Gebet genommen werden. Weiterhin konnte er mitteilen, dass für die Jugendwehr Bekleidung wie Jacken, Hosen, Handschuhe und mehr beschafft werde. Die Stadt Klötze schaffe allerdings keine Schuhe für den Nachwuchs an. Um den Kauf müssten sich die Eltern selbst kümmern, ähnlich wie in einem Fußballverein, nannte Veit als Beispiel. Die Stadt könne es nicht gewährleisten, immer neue Schuhe für die Kinder und Jugendlichen zu kaufen, da diese manchmal sehr schnell herauswachsen würden. Möglich sei es aber, dass sich die Eltern beim Kauf zusammenschließen, so werde die Bestellung günstiger. So bekomme jedes Mitglied der Jugendwehr frische, neue Schuhe.

Dann war es Zeit für die Übung. Gezeigt wurde ein Grundangriff der Feuerwehr. Leitungen mussten über einige Meter ausgerollt und die Versorgung mit Wasser sichergestellt werden. Schon gut zweieinhalb Stunden vorher hatten die Kinder und Jugendlichen damit begonnen, sich auf die Schau-Übung vorzubereiten. Die war am Ende ein Erfolg.