Klötze l Schon 2015 reagierte die Volksstimme auf einen Leserhinweis und widmete sich den Verhältnissen in Klötze-Nord. Dort, direkt neben dem einstigen Hundesportplatz, befindet sich ein Grundstück, das nicht gerade den ordentlichsten Eindruck machte. Schon aus einiger Entfernung war Bauschutt zu erkennen, meterhoch. Aber auch asbesthaltige Materialien lagerten auf dem Areal der Verwertungsfirma. Eine Anfrage beim Altmarkkreis Salzwedel ergab damals, dass die Zustände bereits seit 2005 bekannt seien und dass es sich um die Reste eines früher dort stehenden Stallgebäudes handele. Der Grundstückseigentümer sei aufgefordert worden, den Schutt „langfristig“ und die Asbestplatten „kurzfristig“ zu beräumen. Eine Terminkon-trolle würde erfolgen. Auch die Fläche vor dem Grundstück, am Rande des Feldweges, bot gesäumt mit Kühlschränken keinen schönen Anblick. Vom Kreis hieß es, dass man für die Entsorgung dieses Mülls zuständig sei und verwies im Übrigen darauf, dass die Bürger ihre alten Elektrogeräte gebührenfrei bei den Abfallwirtschaftshöfen abgeben könnten. Es sei nicht nötig, die Landschaft zu verschandeln.

Jahrelang blieb die Situation unverändert

Drei Jahre später, 2018, hatte sich an der Situation immer noch nichts Gravierendes verändert. Erneut wandten sich Leser an die Volksstimme und schickten Fotos an die Redaktion. Darauf waren am Rande des Feldweges leere Farbeimer, eine Mikrowelle, ein Fernseher, und Staubsauger zu sehen. Vom Kreis war zu erfahren, dass der Feldwegrand eine kommunale Fläche sei. Demnach habe die Stadt Klötze dafür zu sorgen, dass dort in Zukunft kein Müll mehr abgeladen wird. Für die Entsorgung des Sperrmülls sei indes der Kreis zuständig.Die Stadtverwaltung zeigte sich 2018 ratlos, wie der Lage begegnet werden könnte. Man rief die Bürger dazu auf, (anonyme) Hinweise zu liefern und appellierte ansonsten an die allgemeine Vernunft. Derweil hatte sich auf dem Grundstück etwas getan. Nach Angaben des Kreises seien inzwischen 40 Tonnen Asbest beseitigt worden. Auf die weitere Entsorgung werde hingewirkt.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2019 - und die Posse geht weiter. Abermals hat sich jetzt eine Leserin bei der Volksstimme gemeldet und auf die Missstände hingewiesen. Demnach gebe es den meterhohen Schutthaufen auf dem Grundstück noch immer. Außerdem käme der Feldwegrand weiterhin einer illegalen Müllkippe gleich. Davon zeugten beispielsweise diverse Plastikfetzen, Möbelreste und ein altes Ölfass. „Was ist, wenn das ins Grundwasser sickert“, sorgte sich die Leserin und schilderte, dass sich vor Ort nichts zum Besseren gewendet habe.

Für den Müll ist die Stadt zuständig

Demnach würden auf dem Grundstück weiterhin „Schadstoffe“ gelagert. Und dass alles am Rande der Fuchstour, einer touristischen Strecke, die Radfahrern und Fußgängern eigentlich schöne Stunden in schöner Umgebung bereiten solle, wie die Leserin anmerkte. Sie selbst habe dort auch schon Personen beobachtet, die mit dem Auto vorgefahren seien und sich dann einfach ihres Sperrmülls entledigt hätten, als sei es das Normalste von der Welt. In dem Moment sei sie fest entschlossen gewesen, die Leute anzusprechen, habe sich dann aber doch nicht getraut. „Man weiß ja nie. Und ich als Frau...“ Alle, die ihren Unrat am Rande des Feldweges hinterließen, ignorierten auf jeden Fall ein Schild. Darauf steht: „Müll & Schutt abladen verboten. Stadt Klötze.“

Der Altmarkkreis Salzwedel informierte auf Anfrage nun darüber, dass die Untere Abfallbehörde (UAB) am 6. Mai über die Zustände in Klötze-Nord in Kenntnis gesetzt worden sei. Daraufhin hätten Mitarbeiter das Ganze in Augenschein genommen und die Verwertungsfirma um eine Stellungnahme gebeten. Diese habe am 28. Juni per Fax geantwortet und versichert, dass die Asbestentsorgung bis Ende August 2019 abgeschlossen sein werde. Nach Erhalt der Entsorgungsnachweise werde die UAB mit der Firma einen Termin vereinbaren, „um die Situation neu aufzunehmen und Zielsetzungen zur weiteren Entsorgung festzulegen“. Zum Müll am Rande des Feldweges schrieb der Kreis: „Der Müll liegt wahrscheinlich auf dem Grundstück der Stadt Klötze“, die folglich auch für die Entsorgung zuständig sei. Das Umweltamt werde sich noch vor Ort umschauen.