Klötze l Müll auf dem Boden, Jugendliche, die laut Musik hören und mutwillig beschädigte Wartehäuschen – der Zustand des Zentralen Omnibus-Bahnhofes (ZOB) in Klötze bietet aus Sicht von Stadtratsmitglied Wolfgang Mosel (Die Linke) Anlass zur Kritik. Öffentlich geäußert hat er diese vor gut einem Monat in der Sitzung des Stadtrates. Mit den Worten „Vandalismus pur“ brachte er die Sache aus seiner Sicht auf den Punkt.

Nicht verstehen könne er zum Beispiel, warum das Klötzer Ordnungsamt oder die Polizei nicht reagierten. Etwa, wenn am Busbahnhof von jungen Leuten „Party“ gemacht werde. Er regte an, dass sich der Hauptausschuss und der Stadtrat mit dem Thema befassen sollten.

Kurz darauf ging das Stadtratsmitglied im Gespräch mit der Volksstimme direkt vor Ort auf einzelne Punkte ein. Mit dabei war damals auch Bernd Unruh, Mitglied der SPD-Fraktion im Klötzer Ortschaftsrat. Dabei forderte Mosel unter anderem, dass sich am Busbahnhof nur Fahrgäste aufhalten sollten, die auch tatsächlich den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Es sollten keine Partys gefeiert und die Bänke in Corona-Zeiten nicht komplett besetzt werden. Im Rathaus hatte er da bereits einen Termin mit der Sachgebietsleiterin des Ordnungsamtes vereinbart, um mögliche Schritte zu besprechen.

Das Gespräch hat mittlerweile stattgefunden, wie Wolfgang Mosel nun mitteilte. Den Austausch mit der Sachgebietsleiterin Susanne Lange bezeichnete Mosel als „sehr konstruktiv“. „Sie erläuterte mir die Rechtslage und dass die Möglichkeiten der Stadt Klötze sehr begrenzt sind“, blickte Wolfgang Mosel zurück. Die Sachgebietsleiterin hätte ihrerseits ein Gespräch mit der Polizei zu dem Thema geführt, die wiederum in Aussicht gestellt hätte, mehr Präsenz am Busbahnhof zu zeigen. Etwa durch Streifenfahrten. „Was die Sachbeschädigungen betrifft, wird die Stadt Klötze aktiv und stellte Anzeige gegen Unbekannt“, ergänzte Mosel und bezog sich dabei auf einen Fall von Brandstiftung. Ende Oktober mussten Flammen in einem Abfallbehälter gelöscht werden, die Feuerwehr rückte an.

Den Vorschlag, dass der Stadtrat eine Aufenthaltsbeschränkung für den ZOB auf den Weg bringt, wollte Sachgebietsleiterin Susanne Lange prüfen, nannte Wolfgang Mosel ein weiteres Ergebnis. Dazu sollte eigentlich ein weiteres Gespräch folgen.

Doch daraus scheint mit Blick auf die personellen Entwicklungen im Klötzer Rathaus vorerst nichts zu werden, denn Mosels Ansprechpartnerin steht in Zukunft nicht mehr zur Verfügung. „Wie ich nun als Stadtrat der Presse entnehmen musste, verlässt Frau Lange das Rathaus aus persönlichen Gründen“, so Mosel. Er empfinde es als „Affront“, dass er als Mitglied des Stadtrates über die Personalie über die Presse informiert werde, fügte Wolfgang Mosel hinzu und ergänzte: „Hier hätte der amtierende Bürgermeister die Stadträte meines Erachtens durch eine interne Mitteilung informieren müssen, bevor er an die Presse geht. Auch die Aussage, dass er im Hauptausschuss informiert hat, langt mir nicht.“

Wie wird es nun beim Thema Busbahnhof weitergehen, wenn die Ansprechpartnerin nicht mehr da ist? Nun werde er sich an den Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps wenden, der auch Stellvertreter des Bürgermeisters ist, kündigte Mosel an. Darüber hinaus wolle er noch Kontakt zu einem anderen Ansprechpartner aufnehmen, und zwar zum Altmarkkreis Salzwedel. Dieser sei ohnehin für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig. „In der Sache sind wir noch nicht viel weitergekommen“, räumte Mosel ein. „Wie ich in der zurückliegenden Woche feststellen musste, ist der ZOB in Klötze weiterhin ein Jugendtreff – trotz Corona-Beschränkungen“, fuhr er fort.

Seines Erachtens nach passe es nicht zusammen, dass die Einhaltung der Maskenpflicht streng kontrolliert werde „und auf der anderen Seite die Personengruppen am ZOB Klötze sich und vor allem Fahrgäste gefährden“. Das will Wolfgang Mosel, der aufgrund einer chronischen Erkrankung selbst zur Corona-Risikogruppe zähle, wie er mitteilte, scheinbar nicht länger hinnehmen. Er erwäge nun rechtliche Schritte. Bei der nächsten Sitzung des Klötzer Stadtrates wolle er das Thema Busbahnhof erneut zur Sprache bringen.