Kunrau l „Wir sind mit dem Schwimmbad aufgewachsen. Das liegt uns sehr am Herzen“, betont Robert Liebelt. Er ist Vorsitzender des neuen Fördervereins Schwimmbad Kunrau. Der Verein wurde am 20. Oktober gegründet. Im Stillen. Eigentlich, so sagt Liebelt, sollte die Vereinsgründung am Sonntag, 8. November, im Rahmen einer Versammlung vollzogen werden. Wegen des Corona-Lockdowns und der damit verbundenen Kontaktbeschränkungen wird diese Versammlung aber nicht stattfinden können. „Und noch mehr Zeit wollten wir nicht verstreichen lassen“, erklärt Liebelt, der bedauert, dass die Öffentlichkeit an der Vereinsgründung keinen größeren Anteil nehmen konnte.

In Zukunft soll das ganz anders sein, verspricht der Vorsitzende. Schließlich ist ein Verein auf die Öffentlichkeit angewiesen. Darum wurde auch die Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der BUND-Ortsgruppe am 25. Oktober dafür genutzt, um über die Vereinsgründung zu informieren. Bei der Gelegenheit wurden auch gleich Mitgliedsanträge verteilt. „50 hatten wir dabei, die haben nicht gereicht“, freut sich Liebelt über das rege Interesse. Die Begeisterung für den Förderverein, so sagt er, reicht bis nach Oebisfelde und über die Landesgrenze hinweg. Sogar ein Arbeitskollege von ihm aus Braunschweig möchte Mitglied werden.

Dieses Interesse hatte sich schon in den vergangenen Wochen abgezeichnet, als es immer konkreter um die Fragen ging, ob ein Verein gegründet werden soll und wer bereit ist, mitzumachen. Relativ schnell fanden sich genügend Leute, die Verantwortung übernehmen wollen.

In den Vorstand wurden am 20. Oktober neben Liebelt noch Frank Bartels (stellvertretender Vorsitzender), Michael Grabenstein (Kassenwart), Christian Stottmeister (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) sowie Thomas Benecke (Schriftführer) gewählt. Außerdem nahmen Uwe Bock, Ralf Schumann und Niels Lorenz an der Gründungsversammlung teil.

Ohne Lorenz, der einst den Förderverein für die Grundschule aus der Taufe gehoben hatte, sowie Schumann, der Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe ist, „wäre uns die Vereinsgründung nicht gelungen“, bedankt sich Liebelt für die Mithilfe bei der Ausformulierung der Vereinssatzung. Weiterhin zählt er auf die Unterstützung „alter Haudegen“ wie Uwe Bock, Norbert Hartmann, Ralf Kuske und Burkhard Hartmann.

Einwohner sorgen sich um Anlage

Seine Satzung hat der Förderverein bereits zum Finanzamt geschickt. Auch ein Notar wurde hinzugezogen. Diese Schritte sind notwendig, damit der Eintrag ins Vereinsregister erfolgen kann und die Voraussetzungen geschaffen werden, um Spenden annehmen zu dürfen.

Vorrangiges Ziel des Fördervereins ist der Fortbestand des Kunrauer Freibades. Das ist keine Selbstverständlichkeit, meint Liebelt. Schließlich hat man sich zuletzt durchaus Sorgen gemacht. Zum einen ist die Stadt Klötze finanziell nicht auf Rosen gebettet. Und sollte die Einheitsgemeinde in die Verlegenheit kommen, sich zwischen den beiden Freibädern entscheiden zu müssen, „dann wird es sicher das in Klötze sein“, ahnt Liebelt. Zweitens blieb der Antrag auf Fördermittel lange Zeit unbeantwortet.

Mittlerweile gibt es für die Sanierung des Freibades grünes Licht, die Fördermittel wurden vom Landesverwaltungsamt bewilligt. Gerechnet wird mit 166 200 Euro. Zudem hat die Stadt Klötze einen Eigenanteil von 41 900 Euro in den Haushaltsplan eingestellt. „Das macht man ja nicht, wenn man vorhat, das Schwimmbad zu schließen“, weiß der Vorsitzende. Somit ist dem Förderverein die größte Sorge genommen. Falls das Kunrauer Freibad eines Tages aber doch in Zweifel gezogen werden sollte, will der Förderverein in Erscheinung treten. „Allein dass es den Verein gibt, zeigt doch, dass unser Schwimmbad gewollt ist“, verdeutlicht Liebelt.

Klar ist: Die Stadt Klötze bleibt Betreiber der Einrichtung. „Aber wir sind da, wollen helfen, wo wir nur können“, unterstreicht der Vorsitzende den Willen der Mitglieder. Das kann bei der Grünpflege sein oder bei konkreten Projekten. „Da möchten wir zur Hand gehen“, sagt Liebelt. „Wir haben auch schon die Zusage von einigen Leuten, die vielleicht nicht unbedingt Mitglied in unserem Verein werden wollen, aber gerne ihre Technik zur Verfügung stellen.“

Jede Saison soll abgesichert sein

Dem Förderverein ist eine gute, enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Klötze wichtig. Und: „Vorige Woche hatten wir einen Termin im Rathaus, um uns vorzustellen. Die Stadt Klötze wird Mitglied unseres Vereins“, verrät Liebelt, der froh darüber ist, dass Bürgermeister Uwe Bartels als Befürworter von Fördervereinen gilt.

Liebelt und Co. ist wichtig, dass jede Saison im Kunrauer Freibad personell und technisch abgesichert ist und dass die geplante Sanierung außerhalb der Saison vonstatten geht. Mit den Fördermitteln soll vor allem eine Wärmeleitung zur Biogasanlage gelegt und auch ein Beckenlift eingebaut werden.

Liebelt weist noch auf weitere aktuelle Probleme hin.„Das Becken verliert irgendwo Wasser. Da muss man schauen, wo und warum?“ Außerdem bedarf die Filteranlage einer Erneuerung. Dafür hat die Stadt Klötze 30.000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt. Der Förderverein wurde bereits aktiv, hat bei einem Arbeitseinsatz den alten Filterkies herausgeholt.

Darüber hinaus gibt es viele Ideen. „Wir könnten den Spielplatz herrichten, über das Kinderbecken ein Sonnensegel spannen oder den Zaun zum Campingplatz entfernen, um die Liegewiese zu vergrößern und mehr Schattenplätze zu haben“, nennt der Vorsitzende einige Beispiele. Denkbar ist auch, den Kindern zum Saisonabschluss ein Eis und freien Eintritt zu spendieren. Auf jeden Fall sollen die Mitgliedsbeiträge (15 Euro pro Jahr) und sonstigen Zuwendungen sinnvoll eingesetzt werden, verspricht Liebelt.

Zunächst einmal muss sich aber die Corona-Lage entspannen und die weitere Planung der Stadt Klötze bezüglich der Sanierung abgewartet werden. „Dann legen wir richtig los“, kündigt der Vorsitzende an. Der Förderverein ist bereit.