Neue Gebühr für Kleinkläranlagen wird als Reaktion auf Erlass des Umweltminsiteriums eingeführt

Wasserverband hält Grundpreise auch für das Jahr 2012 stabil

Von Siegmar Riedel 02.12.2011, 05:18

Klötze l Der Klötzer Wasserverband bietet im Vergleich zu anderen Verbänden seit Jahren moderate und stabile Preise für die Wasserver- und Abwasserentsorgung an. Das soll auch im kommenden Jahr nicht wesentlich anders sein. "Der Preis für die zentrale Abwasserentsorgung und die Trinkwasserversorgung bleibt für 2012 stabil." Das kündigte Birgit Tüngler, Geschäftsführerin des Klötzer Verbandes, während der Verbandsversammlung amDienstag an (wir berichteten). Damit bleibt der Grundpreis im nächsten Jahr für die Wasserversorgung konstant bei 3 Euro für einen Zähler normaler Größe.

Doch auch der Klötzer Verband ist nicht gegen alle äußeren Einflüsse gefeit. Beispielsweise gegen einen Erlass des Landwirtschafts- und Umweltministeriums von Sachsen-Anhalt. Das hat Ende Juni 2011 verfügt, dass den Zweckverbänden von der Unteren Wasserbehörde die Überwachung der Kleinkläranlagen übertragen wird.

Wer Kleinkläranlage umrüstet, bezahlt weniger Geld

Um das zu finanzieren, hat sich der Verband dafür entschieden, einen generellen Grundpreis für Kleinkläranlagen in Höhe von 3 Euro pro Monat einzuführen. "Dieser Grundpreis wird für Kleinkläranlagen erhoben, die in ein Gewässer einleiten oder an einen öffentlichen Kanal (Bürgermeisterkanal) angeschlossen sind", erläuterte Birgit Tüngler.

Eine weitere Neuerung wird es ab Januar wegen der bereits zahlreich mit einer biologischen Klärstufe umgerüsteten Kleinkläranlagen geben. Auf einen Nenner gebracht: Wer seine Anlage bereits umgerüstet hat, zahlt weniger. Wer nicht, bezahlt eine Abwasserabgabe. "Die Abwasserabgabe für Kleinkläranlagen, die in den Bürgermeisterkanal einleiten, wurde herausgerechnet", erklärte Birgit Tüngler. "Der Preis für die Einleitung reduziert sich von 1,40 Euro je Kubikmeter auf 90 Cent."

Allerdings kann der Klötzer Wasserverband die konstanten Preise nicht ewig halten. Ab 2014 wird zum Beispiel der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser von 1,05 auf 1,08 Euro ansteigen. Ab 2013 steigt das Entgelt für einen Kubikmeter zentral entsorgtes Wasser von 3,20 auf 3,23 Euro, 2014 auf 3,26 Euro und 2016 auf 3,39 Euro. Diese Preissteigerungen stellen sich laut Birgit Tüngler "als notwendig dar". Sie begründete während der Sitzung im Braunschweiger Hof: "Im Abwasserbereich steigen die Kosten für die Unterhaltung der Anlagen und die Schlammabfuhr. Auch die Zinsen für Kredite und die Abschreibungen von Investitionen beeinflussen den Preis."

Tilgung von Krediten treibt Preis ab 2016 hoch

Dazu zählte sie die umfangreichen Arbeiten in Ahlum in diesem Jahr sowie die Erschließung von Stöckheim und Darnebeck. Für 2016 kündigte die Geschäftsführerin an: "In dem Jahr wird sich der Preis wegen der beginnenden Tilgung von zinsverbilligten Krediten erheblich steigern." Beim Trinkwasser drücken steigende Betriebskosten den Preis hoch.