Klötze l „Wasser ist Leben“, sagt ein altes Sprichwort. Damit dieses Leben auch in Zukunft weiter erhalten bleibt, appelliert die Geschäftsführerin des Klötzer Wasserverbandes, Birgit Lange, während der aktuellen Trockenperiode sparsam mit dem nassen Element umzugehen. Denn erst am vergangenen Wochenende kam es im Bereich Steimke zu Engpässen bei der Versorgung mit Wasser. Wie die Geschäftsführerin auf Nachfrage der Volksstimme sagte, war auf der Trinkwasserleitung nicht mehr genügend Druck vorhanden, um das nasse Element in die Haushalte der Region zu pumpen. Die Hauptursache für den starken Druckabfall sieht Birgit Lange in der Überlastung der Wasserversorgung, weil die Einwohner in der Region übermäßig viel ihre Garten- und Rasenflächen mit Wasser versorgen. Besonders dramatisch ist die Situation an den Wochenenden.

Regner laufen an den Wochenenden stundenlang

Denn an den Sonnabenden und Sonntagen sind die Einwohner zu Hause und lassen die Beregner oft stundenlang auf ihren Grundstücken laufen. Deshalb hat Birgit Lange die dringende Bitte an die Verbraucher, nur die Flächen zu bewässern, die auch notwendig sind. „Die Leute merken erst, wenn sie Wasser brauchen und es nicht mehr vorhanden ist, wie wichtig es ist“, regt Birgit Lange die Verbraucher zum intensiven Nachdenken an.

Die Pumpen in den drei Wasserwerken des Verbandes in Klötze, Kusey und Tangeln laufen seit dem Ausbruch der Hitzewelle in der Vorwoche rund um die Uhr. So kommen aus dem Tangelner Wasserwerk, das die Region um Beetzendorf versorgt, täglich etwa 1000 Kubikmeter Wasser mehr als üblich. Damit beläuft sich die aktuelle Tagesproduktion auf insgesamt 2440 Kubikmeter.

Auf fast das Doppelte ist auch der Verbrauch des Klötzer Wasserwerkes seit einigen Tagen angestiegen. An normalen Tagen werden aus den fast 60 Meter tiefen Brunnen etwa 900 Kubikmeter Wasser gefördert. Derzeit sind es um die 1600 Kubikmeter. Auch das Kuseyer Wasserwerk, das täglich durchschnittlich etwa 1800 Kubikmeter Wasser in die Leitungen einspeist, verzeichnet einen Anstieg um knapp 144 Kubikmeter.

Neben den Dörfern in der Einheitsgemeinde Klötze erhalten auch die Orte um Beetzendorf sowie Miesterhorst, Dannefeld und Köckte das nasse Element vom Wasserverband. Insgesamt sind es etwa 6000 Haushalte.

Der momentan extrem hohe Wasserverbrauch schlägt sich, wenn die Abnahmemengen weiter so hoch bleiben, auch im Preis beim Wassercent nieder.

Mehr Wasser bedeutet höhere Kosten

Wie Birgit Lange sagte, hat der Wasserverband auch einen höheren Aufwand und mehr Kosten, um das Wasser bereitzustellen. Werden die vorgegebenen Mengen im Ernstfall überschritten, müssen die Kosten auf die Kunden umgelegt werden. Aus diesem Grund richtet Lange ihren Appell an die Verbraucher, in diesen hitzigen Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren und mit dem nassen Element sorgsam umzugehen.

Einen weiteren negativen Aspekt ließ die Geschäftsführerin nicht unerwähnt. Die trockenen Sommermonate der beiden vergangenen Jahre haben auch zu einer Senkung des Grundwasserspiegels geführt.

Abschließend wendet sich Birgit Lange an die Besitzer von privaten Brunnen. Auch sie sollten in der momentanen Situation mit dem Wasser haushalten. Dabei würden viele Besitzer denken, sie belasten das zentrale Netz nicht, wenn sie ihr eigenes Wasser aus ihren Brunnen nutzen. Doch das komme nicht irgendwo her, sondern auch aus den Tiefen der Erde.