Saisonstart

Wasserwacht ist jetzt bereit für die Eröffnung des Klötzer Waldbades

Für ihren Einsatz im Klötzer Waldbad haben die Rettungsschwimmer der Wasserwacht in den vergangenen dreieinhalb Wochen trainiert und Prüfungen absolviert. An der Spitze der Gruppe steht ein Generationswechsel bevor.

Von Tobias Roitsch
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Das Team der Klötzer Wasserwacht zeigte beim Waldbadfest in der Purnitzstadt sein Können und demonstrierte dabei, wie Menschen aus dem Wasser gerettet werden. In den vergangenen Wochen bereiteten sich die Rettungsschwimmer auf ihren Einsatz in der Saison 2021 vor.
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Das Team der Klötzer Wasserwacht zeigte beim Waldbadfest in der Purnitzstadt sein Können und demonstrierte dabei, wie Menschen aus dem Wasser gerettet werden. In den vergangenen Wochen bereiteten sich die Rettungsschwimmer auf ihren Einsatz in der Saison 2021 vor. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Es geht wieder ins kühle Nass: Über den Saisonstart im Klötzer Waldbad, der für kommenden Montag im Kalender steht, dürften sich wohl viele kleine und große Gäste der Freizeiteinrichtung an der Schützenstraße freuen. Wenn sie sich bald in den Becken vergnügen oder schwimmend ihre Bahnen ziehen, wird das Team der Klötzer Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) darauf aufpassen, dass den Besuchern nichts passiert.

Insgesamt 17 Rettungsschwimmer und ein Schwimmmeister der Gruppe werden die Aufsicht während der Saison ehrenamtlich übernehmen, sagte die Leiterin der Wasserwacht, Monika Gille, im Gespräch mit der Volksstimme. „Wir sind gut aufgestellt“, so Gille.

Kondition hat nachgelassen

Um sich darauf vorzubereiten, mussten die Retter selbst erst einmal ins Wasser. Und das nicht nur einmal. Für sie stand in den vergangenen dreieinhalb Wochen Training auf dem Programm. Außerdem wurden Prüfungen abgelegt. „Das ist noch nicht ganz abgeschlossen“, sagte Monika Gille. Da dass Klötzer Bad für diese Zwecke bislang noch nicht zur Verfügung stand, wichen die Mitglieder der Wasserwacht nach Beetzendorf ins Stölpenbad aus. Dort hätte man gut mit den Kollegen der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Tangermünde zusammengearbeitet und auch selbst Präsenz im Badbetrieb gezeigt. „Wir sind so dankbar, dass wir in Beetzendorf trainieren durften“, sagte Monika Gille, die sich bei den dortigen Verantwortlichen für die Unterstützung bedankte.

Denn nach der langen Corona-Pause einen Ort zum Trainieren zu finden, das ist nicht so einfach. „Jetzt sind zwar wieder die Hallen offen, wir kriegen aber keine Zeiten“, erklärte Gille. Früher hätten sich die Mitglieder der Wasserwacht in Osterburg und Haldensleben fit gehalten. Doch in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren hätte das Team auf Training und Ausbildungen verzichten müssen.

Ist man nach so langer Zeit nicht eingerostet? „Durch die Pause hat die Kondition nachgelassen“, berichtete Gille aus eigener Erfahrung. Da helfe nur üben. Doch alle Rettungsschwimmer hätten die geforderten Zeiten geschafft. „Einige haben sich im Vergleich zu früher sogar verbessert“, freute sich Gille. Ihr als Leiterin der Wasserwacht sei es wichtig, dass alle Rettungsschwimmer ihre „Scheine“ haben, also ihre Prüfungen bestanden haben.

Und die haben es in sich. Je nach Stufe wird unterschieden zwischen Rettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze, Silber und Gold, müssen die Prüflinge bestimmte Vorgaben erfüllen. Für die Klötzer standen neben dem Schwimmen auf Zeit auch Rettungs- und Transportgriffe, das Strecken- und Tieftauchen und die Bergung über den Beckenrand auf dem Trainings- und Prüfungsplan. Das sind nur einige Beispiele. Nur machte das Regenwetter den Wasserwacht-Mitgliedern in den vergangenen Tagen einen Strich durch die Rechnung. Am Mittwoch und Donnerstag wurde das Training im Beetzendorfer Stölpenbad gestoppt. Restliche Prüfungen, die noch ausstehen, sollen nun in Klötze stattfinden. Bis zum 10. Juli soll die Prüfungsphase für alle abgeschlossen sein.

Im Klötzer Waldbad wollen die Mitglieder der Wasserwacht wieder ganztägig im Einsatz sein. Anders als in der Saison 2020, damals übernahm erstmals die DLRG-Ortsgruppe aus Diesdorf die Verantwortung, wird jetzt im Sommer nur die Wasserwacht vor Ort sein. Die Diesdorfer DLRG könne personell nicht unterstützen, wie bereits aus dem Klötzer Rathaus mitgeteilt wurde.

Einstellung keine Option

Da viele Mitglieder der Wasserwacht berufstätig sind und teilweise in Schichten arbeiten, müsse man sich untereinander organisieren, um den ehrenamtlichen Schwimmmeister Roland Gille, Ehemann der Wasserwacht-Leiterin, zu unterstützen. Er ist nicht nur Mitglied der Gruppe, sondern auch Ausbilder.

Von der Stadt sei er für die Aufgabe aber nicht in Teilzeit angestellt worden, betonte Monika Gille. Wieder in den Beruf einzusteigen, das wäre für den Rentner keine Option gewesen. Bis zu seinem Wechsel in den Ruhestand war Roland Gille viele Jahre lang hauptberuflich als Schwimmmeister in Klötze tätig. Der Vorteil: Er kennt sich mit der Technik im Waldbad aus, nachdem er sich viele Jahre um sie gekümmert hatte.

Seit nunmehr vier Jahrzehnten betreut die Wasserwacht das Waldbad, früher noch unter dem Namen „Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes der DDR“, erinnerte sich Monika Gille, die vor 37 Jahren bei der Wasserwacht anfing. Ihr Mann begann vor 40 Jahren als ehrenamtlicher Schwimmmeister. Generationen von Badbesuchern kennen die beiden. Nach knapp 28 Jahren als Leiterin bereite sie nun langsam die Übergabe des „Staffelstabes“ an die nächste Generation vor, wie Monika Gille auf Nachfrage sagte.

Einige Aufgaben habe sie schon verteilt, etwa die Planungen für einen Tag der offenen Tür, der Anfang August stattfinden soll und bei dem sich die Wasserwacht präsentieren will, um Nachwuchs zu gewinnen. „Wir werden uns nicht ganz rausziehen, sondern wir wollen weiter beratend unterstützen“, kündigte Monika Gille für die Zeit nach dem Abschied aus der ersten Reihe an.