Klötze l Eine halbanonyme Urnenwiese wünschen sich die Jahrstedter für ihren Friedhof als Alternative zur klassischen grünen Wiese, bei der die Namen der Verstorbenen nicht auf einer Tafel verewigt werden. „Der Name sollte erscheinen“, so wisse man, wer dort ruht, machte eine Einwohnerin aus dem Dorf während der Sitzung des Hauptausschusses deutlich.

In der Fragestunde hatte sich die Frau zu Wort gemeldet und das Thema Friedhöfe angesprochen. Vorteil einer solchen halbanonymen Wiese sei, dass sie leicht gepflegt werden könne. Der Wunsch nach dieser neuen Form wurde in den vergangenen knapp zwei Jahren auch in anderen Ortschaften laut.

Solche Meinungsäußerungen seien auch schon durch den Ortschaftsrat vorgetragen worden, entgegnete Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels auf die Anregung der Jahrstedterin. Solche Punkte sollen in die Friedhofssatzung der Stadt eingearbeitet werden, kündigte Bartels an.

Derzeit werde die bisher gültige Satzung aus dem Jahr 2010 überarbeitet, berichtete der Bürgermeister während der Sitzung. „Möglichst zeitnah“ wolle die Stadtverwaltung einen Entwurf der Neufassung vorgelegen.

Überblick vor Ort verschafft

Es gehe nicht nur darum, gewünschte neue Bestattungsformen in den bisherigen Text aufzunehmen, betonte das Stadtoberhaupt. Eine umfassende Satzungsänderung erfordere auch ein hohes Maß an praktischer Erfahrung und Planung. „Aufgrund personeller Änderungen 2019 mussten sich auch die neuen Mitarbeiter im Rathaus erst einmal einarbeiten“, blickte Uwe Bartels zurück. In den vergangenen Monaten habe das Team des zuständigen Klötzer Ordnungsamtes viele Themenbereiche und Arbeitsfelder aufgetan, analysiert und strukturiert. Die örtlichen Gegebenheiten auf den Friedhöfen sollten in der Neufassung der Satzung berücksichtigt werden.

Damit das gelingt, mussten im Vorfeld alle Friedhöfe besichtigt werden, um die Besonderheiten vor Ort zu erfassen. Bieten sie überhaupt die Möglichkeiten für neue Bestattungsformen? „Das dauert“, sagte Susanne Lange im Gespräch mit der Volksstimme. Als Sachgebietsleiterin im Ordnungsamt arbeitet sie gemeinsam mit einer Kollegin an der neuen Leitlinie für die Friedhöfe. Dadurch, dass man sich einen Überblick verschafft hat, habe die Überarbeitung der Satzung spät an Fahrt aufgenommen.

Stadtrat muss sich mit Entwurf befassen

Nun werde mit Hochdruck an der Satzung gearbeitet, versicherte Lange. Dass es wohl nicht immer möglich sein wird, auf allen Anlagen neue Bestattungsformen anzubieten, darauf wies die Sachgebietsleiterin hin. Gegen Ende des Monats könnte der Entwurf fertig sein, schätzte Lange. Über diesen müsste dann der Stadtrat diskutieren.

Erforderlich sei bei der Überarbeitung auch eine wirtschaftliche Planung. Die Gebühren könnten sich ändern, wie es hieß.