Magdeburg l Im März machte das Gerücht erstmals die Runde im Stadtteil, dass das Bürogebäude Agnetenstraße 14 eine Unterkunft für Asylbewerber werden soll. Damals hieß es seitens der Stadt, dass es zwar eine Begehung gegeben habe, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen sei. Ein halbes Jahr später hört man nun wieder an der Bäckertheke, dass gegenüber demnächst Flüchtlinge einziehen. „Dass die langjährigen Mieter ohne plausiblen Grund zwangsweise zum Jahresende rausgekündigt werden, um künstlich Platz zu schaffen, ist ein Unding“, findet Volksstimme-Leserin Grit Matthesius.

Die unklare Lage zeigt Wirkung: Viele Mieter haben bereits von sich aus gekündigt, ein Großteil der Büros ist verwaist. Der Volksstimme-Reporter hörte sich bei den noch verbliebenen Mietern um, die die Geschichte alle bestätigen. Erst hieß es, sie könnten drinbleiben, dann, dass sie bis Dezember rausmüssen, weil Studentenwohnungen geplant sind. Die Information, dass sie mittlerweile für Flüchtlinge ihre Büros räumen sollen, kennen sie allerdings nur aus dem „Buschfunk“. Angesichts dessen, dass jede Woche neue Flüchtlinge ankommen und die Unterbringungskapazitäten der Stadt nach Angaben von Oberbürgermeister Lutz Trümper restlos ausgeschöpft sind, ist der Bedarf jedenfalls da.

Doch laut Wolfram Neumann, Geschäftsführer der erst im Juni gegründeten KH Neuwert GmbH als Eigentümerin des Gebäudes, sind die Gerüchte nicht wahr, wie er auf Volksstimme-Nachfrage erklärt. Der den Gewerbetreibenden genannte Grund für ihren Auszug zum Jahresende sei nach wie vor der Umbau zu Studentenwohnungen. 3 Millionen Euro sollen investiert werden, Ende 2016 könnten die ersten Studenten voraussichtlich einziehen, sagt Neumann.

Ob er Wort hält, wird sich zeigen. Bemerkenswert ist jedoch: Erst im August trat Neumann als Mitarbeiter einer anderen Firma und Integrationsbeauftragter in der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Wilhelm-Kobelt-Straße in Erscheinung.