Magdeburg l „Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man zum Weihnachtsgeschäft gut und sicher im Parkhaus parken“, hatte Thomas Poege, Niederlassungsleiter der bauausführenden Goldbeck AG, noch Anfang September erklärt. Nun ist das bereits so gut wie vorbei und der Neubau am Schleinufer mit der bunten Fassade ist weiterhin nicht geöffnet. Dabei sollte das Parkhaus eigentlich bereits im Dezember 2014 seine Schranken für Nutzer öffnen. Weiterhin geben sich die Beteiligten wortkarg, was die konkreten Gründe für den massiven Verzug angeht. Klar scheint aber eins: Man ist sich uneins.

Als Auftraggeber des Parkhauses tritt ein Tochterunternehmen der Wohnungsgenossenschaft GWG Reform auf. Deren Vorstand Detlef Gissendorf sagt vorsichtig, dass sie mit Goldbeck „nicht einer Meinung sind“.

Mängel festgestellt

Das Parkhaus ist im Prinzip fertig, allerdings sei die Abnahme gescheitert, „weil wir Mängel festgestellt haben“. Somit „bleibt das Parkhaus erst mal zu“. Mehr wolle er in der aktuellen Situation nicht öffentlich sagen. Ende Januar sehe das aber womöglich anders aus, schickt er noch hinterher.

Nach Volksstimme-Informationen bahnt sich ein Rechtsstreit zwischen den beiden Parteien über die unterschiedliche Auffassung zur baulichen Ausführung an. Thomas Poege bestätigt das weitestgehend. „Leider läuft die Kommunikation mit unserem Auftraggeber momentan ausschließlich über unsere Rechtsabteilung und dessen juristischen Vertreter“, teilt er auf Volksstimme-Anfrage mit. Daher könne er inhaltlich derzeit nichts zum Parkhausbau und den Gründen des Disputs sagen. „Wir bedauern, dass diese Situation eingetreten ist und hoffen, dass trotzdem ein Rechtsstreit noch vermieden werden kann“, so Poege.

Fassade und Dach im Fokus

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte das Parkhaus erstmals für Schlagzeilen gesorgt. Die bunten Fassadenteile waren erst an- und kurze Zeit später wieder abgebaut worden. Der Brandschutz soll damals eine Rolle gespielt haben. Ende August wurde dann das bereits installierte Dach wieder entfernt, ein Fehler eines Zulieferers wurde als vager Grund dafür genannt.

274 Stellplätze sollen in dem Parkhaus am Schleinufer irgendwann einmal zur Verfügung stehen. Für Goldbeck spricht die Erfahrung: Über 600 solcher Objekte hat das Unternehmen europaweit bereits gebaut. Auch die GWG Reform ist nicht gänzlich neu im Parkgeschäft, betreibt sie doch schon seit 2008 die stets gut ausgelastete Parkgarage in der Bärstraße.