Magdeburg l Martha Dehne ist es zu verdanken, dass die Stadtfelder überhaupt ein Kino haben. Denn sie ließ das Haus auf ihrem Firmengelände bauen, in dem im September 1936 die Oli-Lichtspiele eröffneten. Und Wolfgang Heckmann ist es wiederum zu verdanken, dass die Stadtfelder heute immer noch ein eigenes Lichtspieltheater vor der Tür haben.

Er rettete 2003 den leerstehenden Kinosaal vor dem weiteren Verfall und sorgte dafür, dass bis heute Filme – abseits des Mainstreams – über die Leinwand flimmern. Seit vergangenem Jahr zudem endlich in dem Bauhaus-Stil, wie ihn sich Architekt Carl Krayl in den 1930er Jahren ursprünglich vorgestellt hatte.

Zweimal rundes Jubiläum

Neben Heckmanns 70. Geburtstag wird am kommenden Wochenende auch das Jubiläum des Oli-Kinos gefeiert. Dazu werden fünf Filme kostenfrei gezeigt. Am Sonnabend beginnt um 15 Uhr das Seniorenkino mit „Manche mögen‘s heiß“. Am Sonntag geht es um 11 Uhr mit dem „Kleinen Maulwurf“ auf sowie Clown Wuschel vor der Leinwand los. Um 14 Uhr wird im Familienkino „Krieg der Knöpfe“ gezeigt. Ab 18 Uhr soll die Jugend mit dem Konzertfilm „Elektrokohle“ mit den „Einstürzenden Neubauten“ angelockt werden. Schließlich beginnt am Montag um 11 Uhr das Windelkino für Mütter und Väter mit Babys. Der Film steht hier noch nicht fest.

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Ab 18 Uhr spielt am Sonnabend zudem auf der großen Geburtstagsparty das Sax‘n-Anhalt-Orchester mit der „IG Blech“ aus Berlin. „Davon träume ich seit zehn Jahren“, sagt Wolfgang Heckmann. Eingeladen sind u. a. Bruno Krayl, Sohn des Oli-Architekten, sowie die Tochter und Enkelin des ersten Kinodirektors, Ernst Schad. Anlässlich des Jubiläums sucht die Volksstimme filmreife Lesergeschichten aus 80 Oli-Jahren. Können Sie sich vielleicht noch an die Eröffnung erinnern? Haben Sie Eintrittskarten aus einem besonderen Grund aufgehoben? Wie haben Sie sich in Vorstellungen reingeschmuggelt? Was ist aus den Heiratsanträgen geworden, die immer wieder an der Leuchtreklame zu lesen sind?

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