Magdeburg l Mit Blick auf den für diesen Sonnabend angekündigten Aufmarsch rechtsgerichteter Demonstranten auf dem Magdeburger Domplatz hat es bereits am Mittwochabend ersten Protest gegeben: Ein Bündnis „Students Against Racism Magdeburg“ hatte zu einer künstlerischen Stellungnahme auf den Platz aufgerufen: Mit Kreide und Sprühkreide hatten die knapp 100 Teilnehmer der Veranstaltung ihren Widerspruch zu den Thesen der Rechten auf das Pflaster aufgetragen.

Inzwischen ist Kritik an einigen der Aufschriften aufgekommen: Neben der Kreide sollen auch andere Farben zum Einsatz gekommen sein. Da es sich beim im Rahmen der Platzsanierung in den vergangenen Jahren auf dem Domplatz verbautem Material um empfindlichen Sandstein handelt, sei jetzt ein erheblicher Aufwand bei der Beseitigung der Farben zu erwarten.

Der Magdeburger Ordnungsbeigeordnete Holger Platz berichtet jetzt gegenüber der Volkksstimme von den Beweggründen für die Verärgerung: "Zum einen war vereinbart, dass nur die Westseite des Platzes genutzt wird." Das heißt, dass die Mauern, die ein mittelalterliches Gebäude andeuten, außen vor geblieben wären.

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Viel schwerer wiegt allerdings das Argument, dass hier keine altbewährte Kreide genutzt worden sei. Holger Platz: "Ich habe mit von der Situation ein Bild gemacht: Tatsächlich lassen sich die Beschriftungen, die nicht mit üblicher Kreide aufgetragen wurden, nur sehr schwer und nicht mit Wasser und Besen beseitigen."

Hochdruckreiniger und Chemikalien

Statt dessen kommen hier Hochdruckreiniger und Chemikalien zum Einsatz. Sogar ein Fahrzeug des Städtischen Abfallwirtschaftsbetriebs, das üblicherweise zur Beseitigung von Ölspuren genutzt wird, ist zum Einsatz gekommen. Der Ordnungsbeigeordnete erläutert: "Wir befürchten, dass die Farbe sich nicht mehr entfernen lässt, wenn sie erst einmal tief in den empfindlichen Sandstein einzieht." Insbesondere zum Germany Travel Mart müsse das Gelände wieder sauber sein.

Nicht ganz klar ist, ob hier ein Missverständnis vorliegt, da die Anmelder mit Kreide auch sogenannte Sprüh-Kreide meinten, oder ob hier bewusst gegen Ansprachen verstoßen wurde. Fakt ist jedenfalls, so Holger Platz, dass bei einer Nutzung der üblichen Straßenkreide die Statements noch bis zum Wochenende - also auch während der Veranstaltung rechtsgerichteter Demonstranten - stehen geblieben wäre.