Magdeburg l Natürlich steht in einem Krankenhaus die Gesundheit an erster Stelle. Normalerweise ist dann aber die der Patienten gemeint. Dass aber auch das Wohlergehen der Mitarbeiter zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigt eine neue Kooperation des Klinikums Magdeburg mit Sitz in Neu-Olvenstedt und der AOK Sachsen-Anhalt.

Hintergrund: Ob im OP, in der Notaufnahme oder am Krankenbett – das Pflege- und Arztpersonal in einem Akutkrankenhaus ist besonderen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Zum Klinikalltag gehören bei ihnen langes Stehen oder Wege, die aufgrund dringender Fälle im Laufschritt durch die Flure zurückzulegen sind. Hinzu kommt aber auch Stress bei einem hohen Patientenaufkommen beispielsweise in der Notaufnahme.

Die AOK Sachsen-Anhalt und das Klinikum Magdeburg wollen gemeinsam in die Gesundheitsförderung investieren und so langfristig ein gesünderes Arbeitsumfeld für das medizinische Personal gestalten. Mit konkreten Maßnahmen sollen die Belastungen für die Mitarbeiter verringert, Krankheiten vorgebeugt und gesunde Arbeitsweisen gefördert werden. Dazu haben die Partner eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Brennpunkt in der Notaufnahme

Ein Brennpunkt ist die Notaufnahme. Hier geht es zum einen um die sogenannte Verhaltens­prävention. Diese zielt auf das Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters ab. Zu diesem Bereich zählen beispielsweise Informationsveranstaltungen und Gesundheitssprechtage, aber auch Bewegungsprogramme und Anti-Stress-Programme.

Einen weiteren wichtigen Punkt machen die Organisationsabläufe aus, die jetzt überprüft werden. Es gilt für das Klinikum als Arbeitgeber, die Ursachen für Stresssituationen ausfindig zu machen und Wege zu finden, um dem Stress entgegenzuwirken.

Rücken bei der Arbeit schonen

Parallel werden Krankenschwestern und Krankenpfleger von Experten des betrieblichen Gesundheitsmanagements geschult. Bewegen sie beispielsweise häufig Patienten im Krankenbett, sollten sie unbedingt rückengerecht arbeiten. Von den Gesundheitsberatern der AOK lernen sie in diesem Zusammenhang, wie sie täglich mit Hilfsmitteln und Bewegungen arbeiten und dabei gleichzeitig den Rücken entlasten können.

„Muskel- und Skeletterkrankungen sind in der Pflegebranche sehr häufig“, erklärt René Bethke, Leiter Gesundheitsmanagement bei der AOK Sachsen-Anhalt. „Jeder weiß: Vorsorgen ist besser als heilen. Daher setzen wir auf Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.“

Für das Klinikum Magdeburg ist das gesundheitliche Wohlergehen aus mehreren Gründen bedeutsam: „Gesunde Mitarbeiter stehen für ein gesundes Unternehmen“, bringt es Mario Schulz, Personalentwickler an der kommunalen Einrichtung, auf den Punkt. Er erläutert: „Gesundheitsförderung steigert die Zufriedenheit und motiviert die Mitarbeiter, wenn sie erfahren, dass uns ihre Gesundheit am Herzen liegt. Nicht zuletzt senkt es Fehltage und das wirkt sich auf die Arbeitsabläufe und die Arbeitsbelastungen positiv aus.“