Magdeburg l Dieses Portal soll originalgetreu zum Reformations-jubiläum am Standort der Kirche, die 1956 gesprengt wurde, errichtet werden. „Das Vorhaben, die Kirche wiederzuerrichten, ist so nicht mehr darstellbar. Daher ist der Wiederaufbau des Portals ein schöner Kompromiss“, sagt Jörg Schenke. 2011 war das Vorhaben des Wiederaufbaus der Kirche, in der Otto von Guericke einst getauft und getraut wurde, bei einem Bürgerentscheid gescheitert. Für die Stadt sei die Errichtung des Hauptportals „erstrebenswert, damit ein Stück Ottostadt erhalten“ bliebe.

Der Eingangsbereich als Teilstück der im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts errichteten Kirche soll originalgetreu mit einer Höhe von etwa zehn bis zwölf Meter entstehen, so der Plan. Die Tür könnte aus korrodierten Eisenplatten bestehen. Mauerreste fassen das Portal ein, das über einen gepflasterten Platz auf der Freifläche am Ulrichsplatz zugänglich sein soll. Für das Errichten werden Bodenarbeiten und Grabungen vonnöten sein, um dem Bauwerk die nötige Statik, sprich den nötigen Halt, zu verleihen. Schenke: „Es sieht charmant aus, passt dorthin und macht nichts kaputt. Im Gegenteil: Es wertet den Platz auf und passt hervorragend zum Reformationsjubiläum.“ Denn es wird angestrebt, das Portal im Laufe des kommenden Jahres zu errichten: 1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablass. Dies gilt als Beginn der Reformation. Der 500. Jahrestag wird auch in Magdeburg mit verschiedenen Veranstaltungen begangen.

Stadtrat will Machbarkeit prüfen lassen

Circa 400.000 Euro werden für den Wiederaufbau benötigt, so die Kalkulation des Vereins. Das Geld könne beispielsweise über Spendenaktionen gesammelt werden, so Jörg Schenke: „Über mehrere kleine Portionen, wenn man so will, ist das machbar.“ Unterstützer hätten bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich an den finanziellen Aufwendungen beteiligen zu wollen. „Doch als erster Schritt ist die Zustimmung des Stadtrates notwendig“, sagt er weiter.

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Ein gemeinsamer Antrag ist von den Fraktionen CDU/FDP/Bürger für Magdeburg und Bündnis 90/Die Grünen für die Tagesordnung der Sitzung am Donnerstag eingebracht worden. Die Stadt soll beauftragt werden zu prüfen, unter welchen bauordnungsrechtlichen Voraussetzungen „eine denkmalsgerechte, genehmigungsfähige geplante Errichtung“ des Portals auf den vorhandenen Fundamenten umgesetzt werden könnte. Das Ergebnis der Prüfung soll „Hilfe für die Entscheidungsfindung des Stadtrates zur Zustimmung“ des Portalbaus sein.

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